♥♥ Herzens - Angelegenheiten by Susann K. ♥♥
Neugierig? Na dann mal los!
Samstag, 2. Mai 2026
Depressionen ist ein Arsch - der Weg
Freitag, 1. Mai 2026
Depressionen ist ein Arsch Teil 1
Gestern wollte ich ihn besuchen.Meinen Mann. Seit einer Woche ist er in der Psychiatrie, geschlossene Abteilung. Er blieb im Bett, wir sahen uns nicht. Ich durfte nicht zu ihm. Hilflosigkeit. Auf der Fahrt nach Hause dachte ich an die Momente, die wir miteinander geteilt haben. Früher. Depression ist ein Arsch. Wie alles begann:
Noch Lippenstift und Rouge. Ich möchte gut aussehen. Auch für ihn. Die Fahrt ist lang und mein Herz schlägt vor Aufregung. Endlich angekommen, ein paar Schritte bis zur Glastür. Ich schaue mich um, er ist nirgens zu sehen. Ich drücke auf die Klingel. Es wird aufgemacht Eine freundliche Mitarbeiterin lächelt mich an und verspricht, ihm Bescheid zu geben, zu sagen, dass ich hier an der Tür auf ihn warte. Sie kommt zurück. Allein. Sagt, dass ER nicht kommt. In meinem Kopf hämmert es, mein Herz stolpert, ich ringe nach Luft. Ich bitte noch einmal, ihn zumindest sehen zu dürfen, möchte an der Zimmertür stehen und ihm wenigstes zuwinken, damit er wieder neuen Mut schöpfen kann. Fehlanzeige, keine Chance. Ich werde nicht hereingelassen, aus Rücksicht auf die Mitpatienten. Ich nicke mit dem Kopf, mein Verstand weiß, dass es so ist aber ich muss gehen. Tränen rinnen über mein Gesicht. Ich laufe bis zur Ausgangstür, die sich selbstständig öffnet und hinter mir automatisch schließt. So sehr ich versuche, mich zusammen zu nehmen, es gelingt mir nicht. Schweigend sitze ich im Auto, Tränen rinnen über mein Geschicht, verzweifelt suche ich nach einem Taschentuch, ich nehme die untere Kante von meiner Bluse, um mir die Tränen aus dem Gesicht zu wischen, egal, denke ich. Ich hole ein paar Mal tief Luft und fahre endlich los. Wie lange ich im Auto gesessen habe weiß ich nicht, es war mir egal. Eine Stunde Fahrt. Unterwegs gehen mir verschiedene Szenen durch den Kopf, Dinge, die wir zusammen getan und erlebt haben. 21 Jahre kennen wir uns. Höhen und Tiefen. Und doch bin ich irgendwie erleichtert, als ich zuhause ankomme. Ich höre seine Nachricht auf meinem Handy ab: " Frauchen, es tut mir leid, ich liebe dich!" Tränen.
Heute, wo ich das Geschehene aufschreibe, um anderen Menschen zu zeigen, dass Depressionen nicht einfach zu händeln sind und ein Besuch in einer psychiatrischen Klinik eine echte Herausforderung sein kann, geht es mir schon etwas besser. Ich habe angefangen, zuhause auszumisten, aufzuräumen und die Wohnung, ja was sage ich, das ganze Haus zu putzen.Und auch wenn es ein langer Weg sein wird, bis wir uns wiedersehen können, bis er entlassen wird, so hat mir der gemeinsame Weg etwas Mut und Kraft geben können. Heute will ich wieder hin fahren, ihn besuchen. Ich kann es kaum erwarten...
© Susann Krumpen
Freitag, 17. April 2026
Mein Sohn und sein Quasselwasser
Eigentlich rede ich gerne mit meinem Sohn. Er ist derzeit 40 Jahre und kümmert sich um zwei Kinder aus einer Beziehung, die heute keine Beziehung mehr ist . Er hängt an ihnen, sie nennen ihn Papa. Soweit ist auch alles in Ordnung. Heute ist wieder so ein Moment, wo er anruft und von einem Thema zum anderen kommt, ohne, dass ich überhaupt eine echte Chance zu haben, irgendwas dazu sagen zu können. Er redet über Grundeinkommen, Politik, Kindererziehung, von den zwei Kindern, wovon ihm keins gehört, er sich aber kümmern möchte. Kommt mit Gesetzten, Straftaten, angeblicher Tatsachen, Mieterhöhung und der momentanen Ausgangslage der Preiserhöhung der Lebensmittel, was gut oder schlecht für den menschlichen Körper wäre und er für heute Abend vorkocht, Lauch, Eier und sonstiges Gemüse, er redet über den Bundestag nebst der Unfähigkeit unserer Minister, über die Energiekrise, Kartellamt, Verfassungsschutz. Er hat Fragen über Fragen, die ich ihm nicht beantworten kann oder möchte. Eigentlich wollte ich nur einen ruhigen, gemütlichen Morgen verbringen und mit meinem Kaffee in der Sonne sitzen, Fehlanzeige. Er redet weiter über Corona und deren Folgeerkrankungen. Dann wieder Kindererziehung, Straftaten, Missbrauch, Körperverletzung, den öffentlichen Verkehrsmitteln, Rassismus und angeblicher Menschlichkeit. Ich komme kaum oder nicht zu Wort, immer mal ein Hmm, oder Ja. Dann schwenkt er um zum Nürnberger Prozess, wieder Rassismus. Ehrenamt und deren Folgen. Mir schwirrt der Kopf. Input, den ich eigentlich nicht brauche. Das Meiste verstehe ich nicht. Er schwenkt von einem Land zum anderen, versucht die Missverständnisse aufzudecken und meint früher wäre alles besser gewesen. Er redet über Journalismus, Gesetze, Afghanistan und Krieg. Ich komme nicht mehr mit, das Telefon knattert. Ich muss aufpassen, wenn er eine Frage stellt, dass ich nicht den Anschluss verpasse. Anstrengend. Wieder ein hmm... und wieder Hmm... Plötzlich lacht er.. Oh, was war der Wortlaut??? Ich ertappe mich, nicht mehr richtig zuzuhören, bin erschöpft und das am frühen Morgen. Der Leser wird sich fragen, warum das Ganze? Ich liebe meinen Sohn und ich glaube, dass er niemanden hat, mit dem er reden könnte. Das Schlussthema ist die Ulsenbande, ein Schmunzeln huscht über mein Gesicht, ich habe die Serien und Filme gerne gesehen...Am Ende frage ich mich, ob das noch eine echte Unterhaltung ist, die Antwort ist eindeutig..
© Susann Krumpen
Donnerstag, 16. April 2026
Liebe in den Taschen - Tränen im Gesicht Teil 7
Wieder einmal so ein Tag! Gerade kommen wir vom Hausarzt zurück, da beginnt er, seine Taschen zu packen. Mit leiser Stimme erklärt ER, was noch zu tun ist. Als wenn die Welt morgen unterginge. Ich habe es schon einmal geschafft, warum sollte ich es nicht nochmals schaffen? Voriges Jahr hatte ich mir mein Handgelenk gebrochen und musste operiert werden. Ausgerechtet rechts. Kein autofahren, kein Kartoffelschälen, kein Po abwischen. Jedenfalls alles mit Links. Mir schwahnt, das daher ein viel benutzes Sprichwort kommt. Jetzt aber zur Realität: Wir sind wieder zuhause, nach fast 2 Stunden im Wartezimmer und eine Einweisung später. Notfall ist angekreutz. Notfall. Ich lese nochmal. Depression ist ein Arschloch, denke ich.Wieder kein Mittagessen. Im Topf kochen 2 Kartoffeln und einige Gemüsemaultaschen. Viel isst er ja nicht mehr. Schon seit Jahren kenne ich meinen Mann als Wenigesser, immer sehr genügsam, immer auch bescheiden. Nie im Vordergrund, er larviert sich durch. Auch dieses Mal dachte er, er würde es schaffen. Fehlanzeige. Nächtliches Schwitzen, Herzrasen, kleine Schritte und leise Stimme. Ich nehme ihn fast nicht mehr wahr. Früher hatte er immer MF (Mundfaulheit) heute würde ich mich freuen, wenn er ein paar Worte reden würde. So ändern sich die Prioritäten.
© Susann Krumpen
Montag, 26. Mai 2025
Liebe in den Taschen - Tränen im Gesicht Teil 6
Urlaubsplanung. Und kein Auto. Jedenfalls im Moment noch nicht. Alles was ich weiß, ist, dass es morgen in die Werkstatt kommen wird. Die vielen Jahre hat es vorrangig gute Dienste geleistet. Ob wir es wieder zurück bekommen, steht in den Sternen. Zuversicht hilft, immer. Ich atme auf, meine Nacht war alles andere, als gut geschlafen. Und wer mich kennt, weiß was ich damit meine. Mehrfach umgezogen, von einem Raum in den Anderen. Schlafwandeln, oh nein, das nicht! Das hatte bei Weitem andere Gründe. Wie der aufmerksame Leser in vergangenen Posts bemerkt hat, bin ich verheiratet. Mit einem Mann, der, so sage ich mal, die Arbeit in einem Leben an erster Stelle stellt. Das kann gut sein und Freude machen und ein Stück weit bin ich auch bereit, das mit zu tragen. Denn heutzutage kann sich so manch Einer die Arbeit ja nicht aussuchen. Man muss nehmen was kommt. Oft genug. Nun ist er, genau wie ich, in die Jahre gekommen, wie man so sagt. Alles im normalen Bereich, wenn da das MF (und ich schrieb ja schon darüber) nicht solche Ausmaße annehmen würde, dass ich denke, nur allein sein ist Schöner. Ich merke eigentlich nur am Geräusch der angeschlagenen Tastatur, dass dort noch jemand sein muss. Kaum ein Wort, was über seine Lippen kommt, seit Monaten, seit Jahren. Nur ein Nicken auf meine Fragen, welches ich nicht hören kann. Oft genug sage ich ihm, dass er sich ein paar Glöckchen an das Ohr machen sollte, damit ich wahrnehmen kann, ob ER mit mir kommuniziert. Fehlanzeige. Mit der Aussage trete ich immer öfter in das berühmte Fettnäpfchen. Stehen ja genug in der Gegend verteilt herum. Unsichtbar und ziemlich gemein. (Fast) Jeder Mensch, der eine Beziehung hat, kennt das! Ich sage immer, dessen nicht genug, der Tage war auch noch ziemlich viel Sand im Getriebe. Da bin ich froh, draußen zu sein, um bei dem Sturm den Sand nicht abzubekommen, das wäre nicht sonderlich empfehlenswert. Bis er sich wieder eingekriegt hat, wird Urlaub sein. In der Vor-Urlaubs -Zeit ziehe ich mich dann gerne zurück, um die Urlaubstage für mich zu retten. Und wie gesagt, wenn das Auto wieder da ist, fahren wir hoffentlich gemeinsam in diese Zeit. Dort wird ER ein anderer Mensch sein. Ich freue mich da schon sehr darauf, meine Schwester und Schwager wieder zu sehen! Ich habe in den ganzen Jahren eine wichtige Beobachtung machen können: Habe ich Besuch oder kommen wir tatsächlich zu zweit irgendwo an, ist mein Mann redselig, ich weiß gar nicht, wo er die Worte dann her nimmt. Dann genieße ich die Momente, seine Stimme seit langer Zeit wieder zu hören.... Teil 7 folgt...mit Sicherheit! Also, immer neugierig bleiben...
© Susann Krumpen
Dienstag, 23. Januar 2024
Büroalltag - Computer ist doch was für (schlaue) Kater...
Nö nö nö werden Sie sagen, im Leben nicht! Und doch, so dachte jedenfalls Willy Schröder. Oh, sie wissen nicht, wer dieser Willy Schröder ist? Unser Kater. Na, klingelts? Nun, wie ja schon geschrieben, haben mein Mann und ich etwas unfreiwillig entschieden, den Dorfkater der bislang kein geregeltes Zuhause hatte, bei uns aufzunehmen. For ever. Und da wir uns nicht einigen konnten, wie er heißen soll hat er einen Doppelnamen oder besser gesagt, einen Vor- und Nachnamen, so wie es sich für ein Familienmitglied eben gehört. Willy Schröder eben. Und Herr Schröder hat beschlossen, mir ein wenig bei der Büroarbeit unter die Arme zu greifen! Ein beherzter Sprung auf meinen Schreibtisch war der Anfang. Erst mal die Lage sondieren. Und ich musste schon alles mögliche fest halten, was so ein bisschen, sagen wir mal zur Dekoration gedacht war nun umfiel. Na gut. Schröder ist nicht so zaghaft. Eher ein bisschen tapsig, aber bemüht. Erst mal auf die Fensterbank, raus schauen, was in der Welt so los ist. Ich atme auf. Nach ein paar Minuten doch ziemlich langweilig, wie es scheint. Dann quetschten sich 7 kg Lebendgewicht zwischen Tastatur und Bildschirm, so dass der halbe Bildschirm bedeckt und an arbeiten beinahe nicht mehr zu denken war. Die Situation war zum Luft anhalten gespannt. Er fing an, mit dem Kugelschreiber zu spielen, seine großen Pfoten, als trüge er weiße Handschuhe und die Füße zierten das Mousepad. Ich schob sie sachte zur Seite, er begriff recht schnell, dass die bequeme Seitenlage alles andere als dienlich war und zog die Beine ein. So ein schlaues Kerlchen. Ob es bequem für ihn war, ich weiß nicht. Mit etwas Mühe gelang es mir, meine Arbeit fort zu setzen, der Katzenschwanz schlug unaufhörlich, mal rechts, mal links. Und dann plötzlich sprang er auf, runter vom Schreibtisch, die Blätter flogen hinter ihm her, der Drucker hatte ihn wohl zu sehr erschreckt. Weg war er. Erst mal eine gepflegte Mittagspause, ich nahm wahr, wie das Trockenfutter im Napf sich bewegte. Also ich finde, so schlimm ist Schröder nun auch wieder nicht. Er hat als Büroangestellter aber noch Einiges zu lernen. Aber nun erst einmal ein wenig ausruhen... Mittagspause
© Susann Krumpen
