Ein Eintrag ohne Titel. Nicht, weil meine Gedanken sich im Kreis drehen. Nein deshalb nicht. Ich weiß schlichweg nicht, wie ich es benennen soll. Es ist viel passiert, der Tage. Oder auch nicht. Meine Gedanken sind ambivalent und im Dorf ist der nächste Trauerfall eingetreten. Das zeigt, dass unser Leben endlich ist und auch ich daran denken sollte, jede Minute zu genießen, zu leben. Man weiß nicht, was später sein wird. Manchmal denke ich daran, die Sachen von Jupp auszusortieren um mir den Schrank zu nehmen, den ER die ganzen Jahre hatte. Und dann lege ich die Schlafanzüge T-Shirts auf einen Haufen, schaue auf die Klamotten, wie sie so am Boden daliegen gleichzeitig überlege ich, wohin eigentlich damit? Mir kommen die Tränen. Sieht der Haufen nicht aus, wie er selber? So ein kleines unglückliches Häuflein, als es ihm nicht mehr gut ging? Zusammengerollt im Bett oder auf der Couch hat er gelegen, fast so, wie dieser Haufen an Schlafanzügen, der jetzt auf dem Boden liegt. Ich muss raus. Erst mal Luft holen. Zuviel Erinnerung, zuviel Gefühl. ich ziehe meine Schuhe an und gehe ein Stück. Die Beine wollen nicht so, wie mein Kopf. Weg von diesem Anblick! Ich komme kaum vorwärts und unterwegs kommt etwas Wind auf. Viel zu trocken für diese Jahreszeit. Man merkt es beim Atmen. Die Luft ist schwühl, warm und trocken. Selbst jetzt am Abend. Dann denke ich nach. War nicht sein Haus, die Hülle, in der seine Seele gewohnt hatte? Das Haus ist verbrannt, zu einem Häufchen Asche. Plötzlich wird mir leichter ums Herz. Die Seele braucht keinen Mantel. Fast unmerklich huscht ein Lächeln über mein Gesicht, die Füsse werden leichter und der Gang schneller. Ich bin auf dem Weg nach Hause - mein Zuhause.
© Susann Krumpen