Gerade aus dem Blumenladen gestolpert habe ich zwei Sträuße in der Hand, die mir eigentlich nicht wirklich gefallen. Ja, Blumen sind Blumen, aber das kann ich nicht wirklich empfehlen, wo die Sträuße im Nachbarraum gemacht werden, ohne, dass man sieht, was da rein kommt. Gut, nun habe ich sie. Lila, wie gewünscht mit fast keinem Weiß und noch wehniger Grün. Schade. Und ich wette, dass jeder der Sträuße mindestens 30 Euro kosten wird, weil es für die Urnenbeisetzung ist. Kauft man die Sträuße nur mal so, dann sind sie weitaus günstiger zu haben. Ich habe noch keine Rechnung, aber alleine die 2 Töpfe Blüten, die ich morgen mitnehme sollen 120 Euro kosten, ich frage mich, wie der Preis zustande kommt. Genau genommen zahlt man nur für das Gefühl, alles gut und richtig gemacht zu haben. Im Prinzip ist die Farbe und Art ziemlich egal. Ich wollte weiß - blau. Aber im Prinzip eigentlich schon egal. Die Illusion zahlt man mit. Ich bekomme im Geschäft noch zu erfahren, dass allein der Urnenschmuck, der jetzt noch auf meinem Hof liegt, vor sich hin trocknet und langsam unansehlich wird 590 Euro kosten sollen. Schulterzucken. Keine Blume der Welt ist so teuer, aber wenn es um das Leid der Menschen geht, ist es gefühlt Abzocke. Ich erinnere mich einmal an unsere Hochzeit. Dort war ich zum Schminken am selben Tag im Kosmetikstudio. Lidschatten, Rouge, Lippenstift ( den ich heute noch habe und der noch immer nicht alle ist) 78 Euro. Ich war ziemlich geschockt, über solche Preise. In der Zwischenzeit ist Leben vergangen, um genau zu sein 21 Jahre. (Mein Lippenstift ist demnach nostalgisch) Und ich bin selbstständig, habe also verstanden, dass alles bezahlt werden muss, aber dennoch. Die Preise heutzutage. Und doch wird man es wieder genauso machen, weil die Welt sich weiterdreht und die Hinterbliebenen in der Regel froh sind, dass sich einige Dinge ohne ihr Zutun regeln und es Ihnen abgenommen wird. Dienstleistung eben. In der Zeit der permanenten Überforderung...Ich verstehe es sogar.
♥♥ Herzens - Angelegenheiten by Susann K. ♥♥
Neugierig? Na dann mal los!
Freitag, 21. August 2026
Urnenbeisetzung - 1 Tag vorher
Bis eben wusste ich noch, was ich schreiben wollte. Eigentlich. Den Haustürschlüssel habe ich bei der Nachbarin abgegeben. Ich fahre morgen zur Urnenbeisetzung. Und übernachte bei meiner Mutter. Bis Montag früh, wenn es gut läuft, bis Sonntag Abend, wenn nicht. In einer Stunde etwa soll ich meinen Sohn vom Bahnhof abholen. Ein wenig Schiss habe ich davor, eigentlich nur deshalb, weil ich ihn als absoluten Narzissten wahrnehme. Obwohl sich sein Verhalten, gemessen an den Jahren zuvor schon enorm verbessert zu haben schien. Vor Jahren nahm ich mir immer eine Unterkunft, um ihn zu besuchen, da schafften wir es nur punktuell (zu einem gemeinsamen Essen in einem Caffee oder Ähnlichem) zusammenzukommen. Heute geht es auch mal am Stück. Aber nicht mehr wie 2 Tage, dann läuft bei Ihm alles auf Hochtouren und das Fass über. Er braucht ein Ventil, um weiter zu funtionieren. Bei mir hat er das nicht, deshalb der Angriff vor ein paar Tagen, ich sehe das in der Zwischenzeit reflektierter. Es hatte nichts mit der derzeitigen Situation, oder nur punktuell was mit mir zu tun. Überforderung und alte Wunden, die jeder von uns hat. Aber zurück zum Geschehen. Zum Mittag bringe ich das übriggebliebene Fleisch und die Würstchen zur Feuerwehr. Ich benötige das nicht, möchte es auch in keiner Weise vergütet haben. Denn hier geht es Hand in Hand. Ich werde das Gefühl nicht los, dass genau die Leute etwas für einen tun, die sowieso schon genug mit sich zu tun haben, mit sich herumtragen. Irmgard hatte mir gestern Goulasch gebracht, damit ich heute etwas zum Mittag habe. Das kommt mir sehr entgegen. Irgendwie. Obwohl ich mir gestern Fisch gekauft hatte, freue ich mich schon! Karen bin ich gestern noch mit dem Auto begegnet. Sie backt für morgen die Plätzchen, ich finde das total nett und überhaupt nicht übergriffig. So muss ich mir keine Gedanken um so etwas machen. Getränke habe ich noch, die ich für morgen verwenden könnte. Ich denke darüber nach, ein paar Worte auf der Urnenbeisetzung zu sprechen. Was soll der Inhalt sein? Organisatorisches, oder doch mehr? Es wird mir einfallen. Dann hatte ich den Versicherungsfritzen gefragt, ein langjähriger Freund von Jupp, ob er nicht zu dem ehemaligen Freund von Jupp, also Sven eine Verbindung herstellen könnte. ER scheint der Einzige zu sein, der Kontakt zu ihm hatte. Immerhin wusste er, dass Sven in Europa mit dem Fahrrad unterwegs sei und sie im Sommer noch telefoniert hatten. Vor ein paar Tagen hat der Versicherungsfritze behauptet, dass Sven sein Handy nicht abgenommen hätte. Ich bat darum, eine SMS zu senden, er antwortete, ich habe bis Samstag zu tun, ich kann nicht helfen. Oh mann, ich war so nah dran! Wo ist die Menschlichkeit nur geblieben? Ich nehme es gelassen und frage gar nicht mehr, wünsche ihm eine schöne Zeit. Ich fange an, los zu lassen, nicht mehr hinterher zu laufen, auch wenn sich das eben Geschriebene für den Leser anders anfühlt. Jede Veränderung braucht seine Zeit. Ich habe hinter die Fassade geblickt, zwischen den Zeilen gelesen. Vielleicht bricht irgendwann der Stolz ab, fällt die Krone, stürzt der Thron, auf dem manche Menschen sitzen. Ich bin sicher, dass es so sein wird. Meine Mutter kommt nun doch nicht zur Urnenbeisetzung. Sie kann nicht. Erst hat sie so ein Trara daraus gemacht und nun? Ja. Ich bin auch hier nicht erstaunt, oder gerührt. Ich empfinde nur Mitgefühl und erzähle ihr, dass es absolut nicht schlimm ist, wenn sie zuhause trauert. Ich weiß, dass sie IHN, meinen Mann heimlich geliebt hat. Sie ahnt nicht, dass ich es weiß. Und damit sie sich nicht verrät, bleibt sie zuhause, bei ihrem Schmerz, ihrer Trauer. Immerhin habe ich jetzt das Papierschiffchen, welche Jupp immer aus den übriggebliebenen Bonbonpapieren gebastelt hatte für sie und eine kleine Miniurne, die sie sich hinstellen kann und wo sie einen Ort zum Trauern findet. Ich bin nicht wütend, ich habe Mitgefühl, endloses Mitgefühl...
© Susann Krumpen
Donnerstag, 20. August 2026
Konto gesperrt, was tun? - Oder doch alles ganz easy?
Der Tage hasse ich Post. Besonders, wenn ich Umschläge aus dem Briefkasten nehme. Ich weiß nie, welche Rechnung sich hinter in Umschlägen verbirgt. Dieses Mal 3 Umschläge von der Sparkasse. Oh nein! Denke ich, das kann nichts Gutes sein. Bestimmt das gemeinsdame Konto gesperrt, geht es mir durch den Kopf. Ich reisse mit zitternden Händen die Umschläge auf. Oh, Glück gehabt! Nur neue Bankkarten, unsere laufen ab. Aber da, der Name von meinem Mann steht auf der Einen. Ich greife zum Telefon, zögere, aber wähle trotsdem. Als eine Stimme ertönt, möchte ich auflegen. Zu spät. Ich erzähle, dass mein Mann gestorben sei und weiß im Hinterkopf, dass meine Aussagen nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Gut, vielleicht muss es so sein. Ich lasse es geschehen. Ärgere mich aber gleichzeitig. Nach dem Telefonat mache ich das Online Banking auf und übertrage die letzten 180 Euro, die auf unserem gemeinsamen Konto sind, auf mein Geschäftskonto. So, denke ich. Jetzt sollen sie mal schauen! Gleich am nächsten Tag meldet sich eine Mitarbeiterin von der Sparkasse, in mir laufen die Nervenbahnen auf Hochtouren. Sie erklärt, dass sie die Sterbeurkunde brauchen und den Nachweis vom Amtsgericht, es liegt ja ein Testament vor, dessen notariell beglaubigte Abschrift bei mir zuhause liegt. Ich zögere. Sie meinte, fahren Sie doch einmal vor Ort, nehmen Sie Ihre Unterlagen mit und dann geht es weiter. Also fahre ich. Es gibt sowieso kein Zurück mehr. In der Bank ist alles schnell erledigt. Gar keine Wartezeit. Ich kaufe noch ein und fahre nach hause. Angekommen, das Telefon blinkt. Ich bin irgendwie wütend, das es blinkt. Und gehe dran, wähle , es meldet sich eine Mitarbeiterin der Bank. Ach, erklärt sie mir, Sie haben Post , schauen Sie mal online in Ihrem Nachrichtenordner. Den Namen Ihres Mannes habe ich soeben herausgenommen. Ich stutze. Sie erklärt aber munter weiter, dass ich nur noch die unterschriebenen Ausdrucke wieder in der Bank abgeben müsste und dann wäre das alles erledigt. Ich begreife gar nicht so schnell. Alles erledigt? Öffne das Online Banking und siehe da, Jupp steht nicht mehr drin. Gesperrt ist es auch nicht. Mir fällt ein gewaltiger Stein vom Herzen!
© Susann Krumpen
Mittwoch, 19. August 2026
Ganz in Familie - oder doch nicht? Planung der Urnenbeisetzung Teil 1
Nachdem ich mit jeder Partei mindestens 30 Minuten telefoniert hatte, waren fast 3 Stunden vergangen. Jedem das Selbe erzählen. Der Eine kann, der Andere nicht. Wieso Pappbecher im Friedwald, warum sind keine Blumen erlaubt, warum feste Schuhe und keine schwarze Kleidung, warum kein koffeinfreier Kaffee, warum, warum, zu viele Warums. Mein Kopf dröhnt, ich habe eine Kopfschmerztablette genommen. Das erste Gespräch mit meinem Bruder, er möchte mit seiner Familie nicht dazu kommen, ich höre mir seine Gründe an, obwohl es nichts zu begründen gibt, und stimme der Sache völlig zu. Mein Inneres sagt mir, wer nicht kommt, ist nicht dabei. Das hat nichts mit Jupp oder mir selbst zu tun. Andere Menschen sehen das anders, das dürfen sie auch. Meine Schwester meinte, sie fände das nicht in Ordnung, hätte es schöner gefunden, wenn wehnigstens der eigene Bruder mit dabei gewesen wäre. Alte Wunden reissen auf. Ich kann es fühlen. Schon im Urlaub hat sie sehnsüchtig auf ihn gewartet, er kam nicht, hatte angeblich Besuch. Ich versuche mich, davon zu distanzieren, obwohl es auch an meiner Seele kratzt. Meine Mutter hat nicht viel Verständnis dafür, dass zur Urnenbeisetzung ehemalige Wegbegleiter, die ich noch nicht einmal oder nur flüchtig kenne oder kannte dazukommen. Sie selber wollte Anfangs nirgends hingehen, nicht zur Trauerfeier, nicht zur Urnenbeisetzung. Jetzt macht sie so ein Trara daraus. Fürchterlich. Denn ich finde, jeder, ob er sich zu Lebzeiten gekümmert hat, oder nicht, sollte wehnigstens die Möglichkeit bekommen, hier Abschied nehmen zu dürfen. Dabei ist es für mich unerheblich, ob ich die Person gekannt habe, oder auch nicht. Ich merke es deutlich an den Denklücken, die sie hat und dem darauffolgenden Satz" Ja musst du ja wissen, es war ja dein Mann" Und es war nicht nur mein Mann, ER war auch Chef, Kollege, Freund, Nachbar, Kunde, Angestellter Familienvater, Ehemann, Exehemann oder Gefährte von Menschen, mit denen Er in Berührung gekommen war. All das zusammen machte ihn als den Menschen aus, den ich so geliebt habe. Und ich finde es schade, wenn irgendjemand gerade jetzt diese einzige Möglichkeit verpassen würde. Jeder Mensch braucht seinen Seelenfrieden.
© Susann Krumpen
Dienstag, 18. August 2026
Tage gibts - noch weniger als MF - vs Großstadtschnauze
Diese Tage sind ruhig, manchmal zu viel. Zu ruhig. Da suche ich Beschäftigung. Und sehe, dass mein Fenster im Büro auch wieder mal geputzt werden müsste. Mein Sohn ist noch da. Wie manche Menschen es schaffen, früh, wenn die WElt noch halb schläft schon mehr als 120 Prozent zu geben. Zu laut, zu viel Machogehabe. Ich mag es nicht, wenn er so tut, als wäre durch seine Aktionen die Welt gerettet. Zuviel heiße Luft. Er will mir zeigen, dass ER der Macher ist, betont ausdrücklich, was ER alles für mich getan hat. Stimmt, er hat geholfen, die Münzen und das Gewehr verkauft. Ich habe ihm einen großteil davon überlassen, zum Einen, weil ich mir irgendwann nicht nachsagen lassen möchte, was ER alles für mich getan hat. Zum Anderen als Test für sein Leben, Er weiß es nur noch nicht. Der umgang mit anderen Menschen steht bei mir auf der obersten Rangliste, Lebenserfahrung einsammeln, würde ich es nennen. Ich hoffe, er liest dieses Buch mit einem Lächeln im Gesicht. Tränen wären auch okay. Ich mag es aber eher leise. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass leise Menschen viel mehr erreichen können. Sie zertreten wehnigstens kein Porzellan.
© Susann Krumpen
Montag, 17. August 2026
Drei Tag nach der Trauerfeier - Gedanken am Rande
Meine Gedanken kreisen nun um die Zeit zwischen den Welten. Wie bedanke ich mich für die Trauerkarten und die finanzielle Zuwendung der Dorfbewohner und der, die anonym geblieben sind? Und was sage ich denen? Ich habe noch keine Ahnung, was da als angemessen empfunden wird. Zwei Tage nach der Trauerfeier ich mich bei der Dorfgemeinschaft für die Ausstattung der Trauerfeier bedankt. Es waren ungefähr oder schätzungsweise an die fünfzig Leute da. Es wurde gegrillt, Salate gebracht, Kuchen gebacken. Die Getränke und das Toilettenpapier bereitgestellt und überhaupt alles, was dazu gehört. Weiße Tischdecken, Blumen (ausser den Tischschmuck den ich extra dafür gekauft hatte) den Kaffeeautomaten aus der Kirchengemeinde, nebst fünf Thermoskannen, die dann doch nicht verwendet worden sind. Ausserdem die Grillkohle, die zwei Grill und Leute, die sich bei dem Wetter bereit erklärt hatten, das Fleisch und die Würstchen zu grillen. Es waren besteimmt 36 Grad im Schatten. All das und noch viel mehr wurde von der Dorfgemeinschaft organisiert und auch eingehalten. ich fühlte mich gehalten. Anders kann man es wirklich nicht ausdrücken. Aber wieder eine Nachricht in die WhattsApp? Mein Gefühl schreit "nein" nicht schon wieder. Es muss auch endlich Schluss sein, mit meinen Belangen. Sie haben wirklich genug getan. Zumal dort schon eine Nachricht "Einladung zum Sommerfest" steht, kann ich da nun nicht nochmal mit einer weiteren Danksagung kommen. Und mir fällt ein, dass sich andere Menschen, deren Angehörige gestorben waren, auch nicht noch einmal extra bedankt haben. Aber mein Gefühl lässt den Gedanken noch nicht los, bis ich es für mich selbst als bereinigt ansehe. Menschen sind eben unterschiedlich. Mir fällt auch ein, dass meine Schwester noch 20 Karten für die Danksagung bereitgestellt hatte. Erst wollte ich sie nicht, weil ich sie unsinnig fand, aber wenn ich so recht nachdenke, warum sollte ich sie nicht verwenden? Es wäre doch etwas schade drum. Andererseits aber kommt ja noch eine Danksagung in die örtliche Zeitung. Ich hatte die Bestatterin angeschrieben, aber sie hat noch nicht antworten können, so wie sich das Verhalten durch die gesamte Zeit gezogen hat. Eigentlich etwas schade, das Gefühl zu haben, dass Fragen nicht zeitnah beantwortet werden können, gerade bei so einem sensiblen Thema. und noch etwas geht mir durch den Kopf. Die Urnenbeisetzung im Friedwald steht bevor. Am Samstag. Eigentlich habe ich davor keine Angst, aber ich überlege, ein paar Worte zu sprechen und frage mich, wie das ablaufen könnte.
© Susann Krumpen
Freitag, 14. August 2026
Tag der Trauerfeier - Kapelle und Trauerrede
Gemeinsam zum Friedhof, alles scheint um einen herum still zu stehen. Die Sonne brennt, es sind bestimmt gefühlte 36 Grad. Besser, wie Regen, tröste ich mich in meinen Gedanken. Vor der Kapelle steht die Kondolenzliste, in die sich jeder eintragen kann. Drin sitzen in den hinternen Reihen schon Leute aus der Dorfgemeinschaft. Ich sehe einige Gesichter, kann aber nicht so genau erkennen, wer da gekommen ist. Vielmehr verwende ich meine Aufmerksamkeit dem geschmückten Vorraum, dem Platz, wo der Pfarrer dann die Rede halten wird. Erstaunlicherweise bin ich super zufrieden mit dem, was sie hingestellt haben. Holzklötze, Gräser, die Stiefel, der Cowboyhut und die Urne, die unter dem Halstuch kaum sichtbar gewesen ist. Kerzen in Cremfarben, runde und lange. Eigentlich wunderschön! Ich habe hier im Dorf schon einige Trauerfeiern miterlebt, die Meisten haben Rosen oder Lilien und der Vorraum, schien immer dunkel und dazu leuchteten 2 Große Kerzen. hier war das anders. Mindestans 10 Kerzen in stimmigen Formen und derselben Farbe waren angezündet. Gräser dazwischen gestellt und ein großes Herz aus Sonnenblumen und blauen Blüten, auch der Urnenschmuck. Leise Musik aus einem Westernfilm erklingt. Ja ungewöhnlich, aber wunderschön. Der Pfarrer kommt, begrüßt die Trauergäste. und weil kurz vorher die Sirene der Feuerwehr los gegangen war, nimmt er auch erstmal Stellung dazu. Damit hatte ja keiner gerechnet, dass genau zum Beginn der Trauerfeier die Sirenen angehen. Am Ende stellte sich heraus, dass die vermisste Person gefunden worden war. Die Rede - eher ungewöhnlich. Er sprach darüber, dass Jupp selbst aus dem Leben geschieden war und der Weg für alle nicht leicht sein wird. Er sprach über MF (Mundfaulheit) über den beruflichen Werdegang mit insgesamt 67 Arbeitsjahre, Reitverein und unserer Hochzeitsreise zum Lieferanten unserer Artikel. Ja er sprach auch über das Kennenlernen, bei der ersten Begegnung war der von ihm mitgebrachte Blumenstrauß größer, wie ER selber und die Blumen waren blau gefärbt, man war das hässlich! Ich habe es mit einem Schmunzeln hin genommen. Er sprach auch darüber, dass meine Kinder mir zugeraten haben, ich "solle DEN nehmen" Das tat ich dann auch. und ehrlich gesagt, ich hatte es nicht bereut. Auch wenn er der ewige Arbeitgeber blieb, so hatte er an Würde und Loyalität nicht verloren. Bis heute nicht.
© Susann Krumpen