Wieder einmal so ein Tag! Gerade kommen wir vom Hausarzt zurück, da beginnt er, seine Taschen zu packen. Mit leiser Stimme erklärt ER, was noch zu tun ist. Als wenn die Welt morgen unterginge. Ich habe es schon einmal geschafft, warum sollte ich es nicht nochmals schaffen? Voriges Jahr hatte ich mir mein Handgelenk gebrochen und musste operiert werden. Ausgerechtet rechts. Kein autofahren, kein Kartoffelschälen, kein Po abwischen. Jedenfalls alles mit Links. Mir schwahnt, das daher ein viel benutzes Sprichwort kommt. Jetzt aber zur Realität: Wir sind wieder zuhause, nach fast 2 Stunden im Wartezimmer und eine Einweisung später. Notfall ist angekreutz. Notfall. Ich lese nochmal. Depression ist ein Arschloch, denke ich.Wieder kein Mittagessen. Im Topf kochen 2 Kartoffeln und einige Gemüsemaultaschen. Viel isst er ja nicht mehr. Schon seit Jahren kenne ich meinen Mann als Wenigesser, immer sehr genügsam, immer auch bescheiden. Nie im Vordergrund, er larviert sich durch. Auch dieses Mal dachte er, er würde es schaffen. Fehlanzeige. Nächtliches Schwitzen, Herzrasen, kleine Schritte und leise Stimme. Ich nehme ihn fast nicht mehr wahr. Früher hatte er immer MF (Mundfaulheit) heute würde ich mich freuen, wenn er ein paar Worte reden würde. So ändern sich die Prioritäten.
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