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Freitag, 7. August 2026

Erste Therapiestunde - fehlende Sexualität

 Meine erste Therapiestunde bei einer Therapeutin, die Jupp und ich schon von früher kannten. Damals waren wir zur Paartherapie, weil ich in der Annahme war, dass bei uns "nichts mehr läuft" Es ist ja nicht so, dass mein halbes Leben auf Sexualität ausgerichtet ist, aber dennoch, ein Mal in der Woche wird doch noch drin sein, oder? Na jedenfalls sind wir dahin. Jeder mit seinem Gedanken. In der Therapiestunde erfuhr ich seine Motivation, überhaupt mitzukommen. Was mich eigentlich ein wenig gewundert hatte. ER dachte, ich bekomme von der Therapeutn gesagt, dass ich Rücksicht nehmen soll, auf sein Alter, mehr Geduld mit ihm haben müsste. ICH hingegen beklagte den fehlenden Sex. Nur Kuscheln war mir schlichtweg zu wehnig. Na und es kam ganz anders. Die Therapeutin, obwohl um Einiges älter, hat meinem Mann gesagt, dass er endlich einmal mehr Verantwortung in unserer Partnerschaft übernehmen soll. Das saß. Gewaltig. Ein breites Grinsen machte sich in mir breit und blieb bis heute, nachdem er nicht mehr hier ist. Allein seine Seele spüre ich manches Mal ganz nah bei mir und das gibt mir überhaupt die Kraft, hier weiterzumachen. Ich komme bei der besagten Therapeutin an, die nun noch älter geworden ist, ich bin nicht sicher, aber um die 90 ist sie bestimmt. Und sie empfängt mich mit einem zielgerichteten Lächeln. "Hallo, nehmen Sie Platz bitte". Alte Schule, die mir gerade jetzt besonders gut tut. Ich fange an, zu erzählen, bin froh in ihrer Nähe sein zu dürfen und wir reden über dies und das. Mitten drin der eine Satzvon ihr "Frau Krumpen, verstehen Sie, er hat seine Kraft, seine Ressourcen aufgebraucht. Schlichtweg verbraucht. Da gab es nichts mehr, was er ihnen und sich selbst bieten konnte und das hat er gemerkt"  "Nichts ist von ihm übrig geblieben, er hat sich falsch eingeteilt" Ich wusste, dass sie mir das in dieser, oder ähnlicher Form sagen würde, konnte nur nicken, wieder Tränen...


© Susann Krumpen

3 Wochen später - Kaffeemaschine , ach es war so einfach

 Vor ein paar Tagen oder sagen wir mal von Anfang an habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie die Trauerfeier ablaufen soll. Nächste Woche ist es dann soweit. Genau in einer Woche. Eine Dorfbewohnerin, dessen "Freundin" ich angeblich bin, schrieb, es dürfte doch kein Problem sein, siwe würde eine Kaffeemaschine für 90 Tassen besorgen können und die paar Brötchen, die da geschmiert werden sollen, das wäre doch gar nichts. Ich atmete auf. So viel Entgegenkommen hatte ich gerade von der Person gar nicht erwartet. Was ich nicht ahnte, sie tat nach ein paar Tagen so, als wüsste sie von nichts. Tja, ich komme eben aus dem Osten und da wollte sie doch mal zeigen, wie sehr ich die "Freundin" bin, die sie ach ja so liebevoll behandelt.. Nun gut. Ich war kurz enttäuscht, aber ich wusste auch, dass jede Enttäuschung ihre gute Seite hat. zumindest, was diese Frau betraf. Und dabei ist sie ja so gläubig. "Fühl dich behütet" bekomme ich öfters mal per WhattsApp. Was kann ich damit anfangen, nachdem sie mich so fallen gelassen hatte? Ich sah mich um, suchte einen anderen Weg und fand auch einen. Ich bat die Krichengemeinde, mir behilflich zu sein und Zack, ich hatte Erfolg! Somit steht die Kaffeemaschine seit heute bis zum Einsatz bei mir in der Küche. Wenn das mal kein Organisationstalent ist. Ich freue mich total. Es war so einfach. und zudem noch ein gutes Gespräch vor Ort. Und wenn der Tag kommt, dann biete ich der Person mit Freuden einen Kaffee an. Warum nicht. Immer höflich bleiben.


© Susann Krumpen