Heute ist Donnerstag, 19 Tage nach Jupps Tod. Da trifft sich ein Teil der Dorfgemeinschaft auf dem Dorfplatz nahe beim Rundling zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Seit Tagen überlege ich, ob es angemessen und richtig wäre, dort hin zu kommen. Aus der Kleiderkammer habe ich mich abgemeldet. Ein Teil in mir sagt, komm gib dir einen Ruck, so schlimm wird es schon nicht sein. Du hast es gestern auch zum Fair Teiler in die Kirche geschafft und der Kopf ist noch oben. Ein anderer Teil sagt mir: was werden sie reden, wie werden sie dir entgegentreten? Sind sie still und betroffen und was werde ich sagen? Ich will mich stark machen, wo es nichts zum stark machen gibt. Ich wiege ab und stelle fest, dass es heute besser wäre hin zu gehen, sich "der Sache" zu stellen, obwohl es sich nichts zu stellen gibt. Ich muss mich nicht verstecken, muss nicht so tun, als sperre ich mich selber weg, nur um keine Angriffsfläche zu bieten. Das ist Unsinn. Soll ich was mitbringen? Ja vielleicht was Süßes, dann muss ich keinen Kuchen backen. und ich komme nicht mit leeren Händen. Es wird nicht einfach sein, heute Nachmittag, aber ich weiß, dass der Weg richtig und auch notwendig ist.
© Susann Krumpen
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