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Mittwoch, 4. November 2026

Der Zweck heiligt die Mittel

 Morgen ist der besagte Tag, an dem meine Mutter sich endlich zum Arzt fahren lässt. Ich hatte der Tage einfach, ohne dass sie es wusste, in ihrer Hausarztpraxis angerufen und dort geschildert, wie die häuslichen Abläufe und Begebenheiten sind und erwähnt, dass meine Mutter nicht mehr alles schafft. Das Ziel ist ein Pflegeantrag, den meine Mutter seit mindestens 5 Jahren ablehnt und immer wieder beteuert, sie brauche weder Notknopf noch Pflegeantrag, ihr ginge es gut, was wir als Kinder komplett anders sehen. Ich habe es im Chat meiner Schwester mitgeteilt, das Gespräch mit der Angestellten, die im Übrigen sehr offen und emphatisch reagiert hat. Einfach so. Nein nicht einfach so. Das Theater mit dem Staubsauger und meiner Schwägerin hatte mir ehrlich gesagt gereicht. Das ist im vorherigen Post nachzulesen, wie sich das zugetragen hat. Wirklich unschön. Jupp hätte gesagt: "Ach du weißt doch, wie sie ist" Vieles, was man bei meiner Mutter tut, wird nicht anerkannt. Aber egal, es fügt sich. Ich habe meine Schwester über den "heimlichen" Hausarztkontakt und das Gespräch mit Schwester Dörte informiert und warte gespannt auf die Reaktion. Voller Aufregung. Denn ich habe gelernt, dass man mit solchen Themen schnell ins Wespennest stochert. Es kam ganz anders, völlig unerwartet für mich. Sie rief mich an und war erst verblüfft, aber nach längerem Reden habe ich deutlich gemerkt, wie auch bei ihr ein Stein vom Herzen gefallen ist, sie wirkte am Ende des Gespräches ziemlich erleichtert und fröhlich. Vielleicht ist es nur Einbildung, aber mal ehrlich, wer weiß das schon? Ich meinte noch zu ihr, "auch das mit Holger kriegen wir noch hin" Was damit gemeint ist? Tja, wir als Schwestern haben Holger, unseren Bruder dieses Jahr nicht oft gesehen, oder nicht sehen können. Irgendwie haben meine Schwester und ich das Gefühl, dass unsere gemeinsame Schwägerin dafür sorgt, das es so ist. Ich habe meiner Schwester am Telefon gesagt, dass ich auf alle Fälle dran bleibe und einen langen Atem habe diesbezüglich. Vielleicht habe ich ein wehnig übertrieben, aber was solls. Da gibt es wohl ein schönes Sprichwort hierfür, welches mir gerade nicht so recht einfallen will. Aber, wenn das Endresultat gut ist, so ist alles gut. Jetzt habe ich es wieder im Kopf "finis sanificat medios".


 © Susann Krumpen



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