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Samstag, 5. September 2026

Kostenfallen - wird es eng?

Immer wieder schaue ich nach. Online in meinem Shop, ob jemand etwas gekauft hat. Ich schaue früh nach dem Aufstehen, zwischendurch und Abends, wenn ich in das Bett gehen möchte. Mehr und mehr greift ein unsagbares Unbehagen nach meiner Seele, um mich am Ende ganz zu vereinnahmen. Ich rechne nach, stelle einige Artikel um, ändere Überschriften und versuche die ersten Schritte auf social Media. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es doch nicht zu schaffen sei, der Monatsabschluss liegt unbearbeitet vor mir. Ich habe schlichtweg Angst. Angst vor der Zukunft im finanziellen Sinne. Die "Was ist wenn" Frage frisst mich auf. Ich nehme ein Blatt, rechne Ausgaben und Einnahmen zusammen und stelle fest, dass die Ausgaben den größeren Part ausmachen. Nicht viel, aber immerhin soviel um nach und nach in den Bankrott zu gehen. 180 Euro Differenz zu meinem Ungunsten. Ich schaue auf meine Ausgaben und überlege, ob da was zu drehen ist. Und ich stelle fest, dass die Ausgaben kaum etwas zum Leben für den täglichen Bedarf übrig lassen. Zumindest ist das Wichtigste, wie Strom und sämtliche Versicherungen bezahlt. Aber Geld, um Einkaufen zu fahren fehlt. Kunden, die bei mir eingekauft haben sind im Verzug, seit vier Wochen schon, ich mahne an. Jeder noch so kleine Betrag wird helfen, den Kopf über Wasser zu halten. Zumindest im Moment. In meinem Shop laufen die Mühlen langsam. Bei jedem Verkauf versuche ich durchzuatmen, es will mir nicht so recht gelingen. Draußen ist endloser Sturm, abwechselnd Regen, nur manchmal scheint die Sonne. In meinem Kopf hämmert es. Was soll ich tun, wenn all das Geld verbraucht ist und ich fest gefahren bin? Soweit möchte ich es erst gar nicht kommen lassen. Ich stelle alltägliche Dinge, die ich nicht mehr brauche zum privaten Verkauf ein. Ahne aber, dass es nicht viel bringen wird. Heute war mir eine Rechnung von der Kirchengemeinde in das Haus geflattert, 85 Euro für die Nutzung der Kapelle anlässlich der Trauerfeier. Die Last wiegt schwer. Ich weiß bald nicht mehr weiter. Und obwohl der Kühlschrank durch das foodcharing gut gefüllt ist, so habe ich nur einen kleinen Teil davon selbst gekauft. Ich versuche mich zu beruhigen und mache meinen Monatsabschluss zum Versand an das Steuerbüro fertig. Die neue Tapete und meine Träume scheinen zu zerplatzen, wie Seifenblasen...


© Susann Krumpen



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