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Montag, 19. Oktober 2026

Endlich bist du da! - Nummer 1176

 Die 1176 ist der Baum, an dem mein Mann beerdigt worden ist. Im Friedwald. Nun angekommen, stelle ich das Auto auf den Parkplatz und laufe das Stück bis zum besagten Punkt. Etwa 800 Meter ist der Weg lang. Vorbei am Andachtsplatz und dann müsste ich es sogleich finden. Ich gehe um die Ecke, vom Weg ab und fange an zu suchen. Wo war das nur? Suche die Namen- und Nummernschilder an den Bäumen, nichts. Ich spüre, wie Tränen in mir aufsteigen, wie irre schaue ich an die Stämme: 1174, 1172, aber irgendwo hier muss das doch sein! Verdammt nochmal, wie sieht das überhaupt hier aus? Alles braun, die Blätter sind gefallen, man erkennt nichts mehr. War es hier? Nein! Oder ein paar Schritte weiter? Warum konnte ich mir das nicht merken? Ich rufe nach seinem Namen, weiß auch, das mir niemand antworten wird. Wieder falsch, die 1171. Wo ist nur die 1176 geblieben? Ich hatte vorne am Andachtsplatz kurz an die Tafel geschaut. Da war nur der grobe Überblick zu finden gewesen. Ich war mir ganz sicher, vom Weg rechts und dann gleich nochmal rechts. Ich gehe zurück zum Weg, sehe den Andachtsplatz. Dann nochmal, keine Chance, er ist einfach nicht zu finden. An manchen Bäumen hängen gelbe Bändchen. Ich bin verzweifelt, seit einer guten Stunde suche ich herum, drehe mich immer wieder im Kreis, schwitze und bekomme kaum noch Luft. Wo ist der scheiß Baum bloß geblieben? Als ich beinnahe aufgeben wollte schaue ich noch einmal auf ein Nummernschild. Endlich! Endlich gefunden. Seit dem Eintreffen am Parkplatz sind gefühlte 2 Stunden vergangen. Mein Herz schlägt hörbar laut. Ich müsste auch mal dringend auf die Toilette. Ob ich hier im Wald? Leute auf dem Weg,was ist, wenn sie mich beobachten? Heute ist Sonntag, ich verkneife mir, dass ich so dringend müsste. Dann lege ich in Ruhe meinen mitgebrachten Apfel an den Stamm, rede ein paar Worte und vergrabe die mitgebrachte Zigarette, von der ich vorher den Filter abziehe. Für alle Fälle, sage ich ihm. Nachschub ist gesichert. Mit einem Lächeln und Tränen in den Augen verlasse ich den Ort und mache mir rücklings Bilder mit meinem Handy, damit ich beim nächsten Mal gleich die richtige Stelle finde. Der Weg ist matschig, in den letzten Tagen at es viel geregnet. Die Sonne kommt duch die Zweige, ein schöner herbstlicher Moment. Dann, fast am Ausgang erspähe ich eine Tiolette, sie ist gerade noch meine Rettung. Später sehe ich Leute fahren und Leute ankommen. Der Vormittag ist sehr bewegt. In der Zwischenzeit ist es Mittag geworden ich steige ins Auto und fahre nach Hasselfelde in die Westernstadt, um dort einen Kaffee  zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. 


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