Ich reiße den Umschlag auf und entnehme mit zittrigen Händen den Inhalt des Umschlages. Rentenversicherung. Das Anschreiben - keine Zahlen. Erstmal weg damit, ich blättere und blättere und dann das! Ich schaue auf die Zahlen und begreife nicht. Was ist das für eine Summe? Wie kommt das zustande? Ich brauche einen ganzen Moment, um die Buchstaben und Zahlen aneinanderzufügen und um zu begreifen, dass dort viel mehr steht, als ich erwartet hatte! Meine Güte! Ich hatte mit einem kleinen Teil seines geringen Einkommens gerechnet, er bekam nicht einmal die Mindestrente. Jetzt sollte das fast genausoviel ausmachen, wie seine Rente selbst? Es musste ein Rechenfehler vorliegen, mein Kopf hämmerte. Ich konnte gar nicht glauben, dass diese Sechshundert Euro zu mir gehören sollten. Ich stürzte förmlich zu den Kopien der eingereichten Unterlagen, hatte ich vergessen die Einkommenssteuer anzugeben? Nein, alles eingereicht. Wie sonst hätte der Bescheid endgültig zustande kommen sollen? Ich begriff nicht, was und warum es so viel sein sollte. Ich hatte mit einem Drittel von dem Betrag gerechnet und mit dem hätte ich mich damit ausgesöhnt oder abgefunden. Aber das? Natürlich weiß ich, dass, wenn ich mehr verdienen sollte, die Witwenrente auch gekürzt werden wird. Aber hey, wenn ich in den Ruhestand gehe, so werde ich darauf zählen können, vorausgesetzt ich heirate nicht. Unglaublich! Ich kann es immer noch nicht fassen. Hoffentlich wird diese Nacht nicht wieder so schlaflos, wie die Letzte.
© Susann Krumpen
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