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Dienstag, 25. August 2026

Danksagung oder Karten?

 Ich öffne die Tür, nachdem es geklingelt hatte, die Bestatterin steht draußen und ich bitte sie herein. Auf Nachfrage mache ich ihr einen Kaffee und wir essen zusammen Kuchen, den ich schon bereitgestellt hatte. Die Atmosphäre locker. Wir reden. Den Text für die Danksagung hatte ich mir schon vorher überlegt, ich reiche ihr das beschriebene Blatt rüber. Allein die Ausgestaltung ist für sie noch wichtig, ich wähle einen schlichten Baum. Die meisten Menschen bekommen letztendlich eine Karte in Form einer Taube, die man an das Fenster hängen kann. Für alle Anderen die Danksagung in der öffentlichen Zeitung. Mehr als 20 Karten habe ich dann auch nicht. Und schon stolpert man in die Falle, in die wohl andere Menschen vor mir gestolpert sind. Die Geldzuwendungen aus den Trauerkarten werden sowieso dafür verwendet, um die Danksagungskarten zu kaufen und zu versenden. Ich persönlich sehe es einmal so: Wenn jemand stirbt, dann habe ich eine Trauerkarte, die mir ansprechend erscheint und lege einen bestimmten Betrag mit dort hinein. Irgendwann, und die Leute merken sich das, bekommt man den selben Betrag wieder zurück. In der Trauerkarte für seinen Angehörigen. Die Bestatterin und ich essen Kuchen, der regenbogenfarbig ist und wunderbar schmeckt. Wir plaudern über dies und das. Sie möchte wissen, wie die Urnenbeisetzung gelaufen war. Und ich habe ihr erzählt, wie und was dort statt gefunden hat. Im Nieselregen, schön und ergreifend war es. Wir haben ihm sogar 2 Zigaretten und 2 Kaffeebohnen mit auf den Weg gegeben. Es ist ein tröstlicher Gedanke, es endlich abgeschlossen zu wissen. Ich erzähle ein wehnig über das gelebte Leben mit Jupp und sie lächelt. Zum Abschluss frage ich sie, ob sie eine, von den Karten haben möchte. Sie bejaht und nimmt eine mit. Die Tauben kann man sich schön an das Fenster hängen. Eigentlich benötige ich die öffentliche Danksagung nicht, aber für alle Fälle und damit sich hier in der Gegend auch niemand auf den sogenannten Schlips getreten fühlt... Mission erfüllt. So wie ER war, schlicht und einfach. 


© Susann Krumpen

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