Meine Gedanken kreisen nun um die Zeit zwischen den Welten. Wie bedanke ich mich für die Trauerkarten und die finanzielle Zuwendung der Dorfbewohner und der, die anonym geblieben sind? Und was sage ich denen? Ich habe noch keine Ahnung, was da als angemessen empfunden wird. Zwei Tage nach der Trauerfeier ich mich bei der Dorfgemeinschaft für die Ausstattung der Trauerfeier bedankt. Es waren ungefähr oder schätzungsweise an die fünfzig Leute da. Es wurde gegrillt, Salate gebracht, Kuchen gebacken. Die Getränke und das Toilettenpapier bereitgestellt und überhaupt alles, was dazu gehört. Weiße Tischdecken, Blumen (ausser den Tischschmuck den ich extra dafür gekauft hatte) den Kaffeeautomaten aus der Kirchengemeinde, nebst fünf Thermoskannen, die dann doch nicht verwendet worden sind. Ausserdem die Grillkohle, die zwei Grill und Leute, die sich bei dem Wetter bereit erklärt hatten, das Fleisch und die Würstchen zu grillen. Es waren besteimmt 36 Grad im Schatten. All das und noch viel mehr wurde von der Dorfgemeinschaft organisiert und auch eingehalten. ich fühlte mich gehalten. Anders kann man es wirklich nicht ausdrücken. Aber wieder eine Nachricht in die WhattsApp? Mein Gefühl schreit "nein" nicht schon wieder. Es muss auch endlich Schluss sein, mit meinen Belangen. Sie haben wirklich genug getan. Zumal dort schon eine Nachricht "Einladung zum Sommerfest" steht, kann ich da nun nicht nochmal mit einer weiteren Danksagung kommen. Und mir fällt ein, dass sich andere Menschen, deren Angehörige gestorben waren, auch nicht noch einmal extra bedankt haben. Aber mein Gefühl lässt den Gedanken noch nicht los, bis ich es für mich selbst als bereinigt ansehe. Menschen sind eben unterschiedlich. Mir fällt auch ein, dass meine Schwester noch 20 Karten für die Danksagung bereitgestellt hatte. Erst wollte ich sie nicht, weil ich sie unsinnig fand, aber wenn ich so recht nachdenke, warum sollte ich sie nicht verwenden? Es wäre doch etwas schade drum. Andererseits aber kommt ja noch eine Danksagung in die örtliche Zeitung. Ich hatte die Bestatterin angeschrieben, aber sie hat noch nicht antworten können, so wie sich das Verhalten durch die gesamte Zeit gezogen hat. Eigentlich etwas schade, das Gefühl zu haben, dass Fragen nicht zeitnah beantwortet werden können, gerade bei so einem sensiblen Thema. und noch etwas geht mir durch den Kopf. Die Urnenbeisetzung im Friedwald steht bevor. Am Samstag. Eigentlich habe ich davor keine Angst, aber ich überlege, ein paar Worte zu sprechen und frage mich, wie das ablaufen könnte.
© Susann Krumpen
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