Neugierig? Na dann mal los!

Sonntag, 20. September 2026

Das Leben geht weiter - Lügen als Geschenk

Heute ist wieder Sonntag und ich war nicht in meinem Lieblingscafe. Nicht zum Arbeiten und auch nicht, um dort ein Stück Torte zu essen. Ich hatte meiner Familie erzählt, dass ich am Wochenende gelegentlich dort aushelfe, um genug Geld für meinen Unterhalt zu verdienen. Statt dessen mache ich Yoga, schreibe hier die Gedanken auf und gönne mir freie Zeit. Der Leser fragt sich nun, warum das Ganze? Es erfüllt gleich mehrere Zwecke. Zum Einen weiß die Familie, ah, sie ist endlich angestellt und unter Dach und Fach, wie man so sagt. Das solidarisiert natürlich, da in unserer Familie keiner selbstständig ist, ausser meine Tochter, die die Angelegenheit natürlich anders sieht. Und wenn es mal heißt, ach kommste das Wochenende, dann kann ich mich zurück lehnen und sagen, geht nicht, ich muss einspringen. Im Cafe. Keiner würde auf die blöde Idee kommen, über 200 Kilometer zu fahren, um zu kontrollieren, ob das auch stimmt. Ja, natürlich könnte ich bei der Warheit bleiben, so wie es normal wäre, aber was ist schon normal in dieser Zeit? Ich möchte mich schützen, meine Gedanken, meine Seele. Nur darum geht es und weil es nicht jeder versteht. Ich habe das Gefühl, je mehr ich mich vom Todeszeitpunkt meines Mannes zeitlich entferne, destso mehr verlangt man "normalen" Umgang von mir. Sicher versuchen sie Verständnis zu zeigen, aber stimmt das wirklich? Die Antwort ist schlichtweg Nein. Niemand zeigt mehr großartig Verständnis in meiner Situation. Jedenfalls fühle und denke ich das so. Neulich habe ich beim Lobpreis gefehlt, ich hatte mich weder abgemeldet noch andersweitig bekannt gegeben, dass ich nicht dabei sein werde. Ich hatte schlichtweg keine Lust und kenne dort kaum jemanden, wenn nicht Marianne gewesen wäre, die mich kurzerhand früher einmal dazu eingeladen hat. Als ich Marianne die Woche darauf sah, sprach sie mich direkt auf mein Fehlen letzter Woche an. Ich antwortete, mir geht es der Tage nicht so gut. Sie entgegnete, was denn los gewesen sei. Ich wäre ihr beihnahe in das Gesicht gesprungen, statt dessen habe ich geantwortet, dass die Zeit gerade nicht einfach für mich ist. Sie entgegnete nur, ach das ist doch schon so lange her. Ja genau am 12.Juli, heute ist der 20. September. Wohlgemerkt das gleiche Jahr. Ja, die Lügen sind nicht schön aber ein Geschenk an mich selbst. Irgendwann werde ich das auch wieder ablegen. Versprochen.


© Susann Krumpen

Donnerstag, 17. September 2026

Vom System verschlungen - Beitragswahnsinn

 Ich öffne den Brief und bin einen Moment ziemlich sprachlos. Warum? Denke ich. Der Beitragssatz der Krankenkasse ist neu fest gelegt. Fast 500 Euro. Mir stockt der Atem und ich fühle, wieTränen in mir aufsteigen! Gerade gestern hatte ich mich beruhigt und geglaubt, dass ich von der Witwenrente einigermaßen leben könnte. Zwar sind es keine Siebenhundert Euro, aber immerhin ein monatliches kleines Polster, so dass ich in Ruhe in den Schlaf kommen kann. Heute trifft mich der Schlag, Tränen rinnen mir über das Gesicht. Ich lese und stiere auf das Blatt. Verstehe erst mal gar nichts. Was haben die sich gedacht, wovon ich leben soll?  Die Zahlen verschwimmen vor meinen Augen. Es ändert nichts, der Betrag ist angehoben und frisst fast meine gesamte Witwenrente auf. Gerade mal Einhundertzwanzig Euro bleiben mir davon übrig. Wie soll ich das verstehen? Wie soll ich da weiterkommen? Warum fühlt sich das so ungerecht an? Fragen über Fragen. Ich bin erschöpft und muss mich hin legen. Es ist ohnehin Mittag. Aber mein Kopf will und will nicht zur Ruhe kommen, die Tränen schaffen es auf das Kopfkissen, es hat feuchte Flecken und fühlt sich unangenehm an. Ich schließe die Augen, sie schmerzen vom vielen Weinen. Die Welt fühlt sich Scheiße an, meine Nase schnieft, ich bekomme kaum Luft. Versuche mich zu beruhigen. Niemand mit dem ich darüber reden könnte. Keine Nachbarin, keine Bekannte oder Freundin. Sie würden nur hinter meinem Rücken tratschen, es gäbe jede Menge Gesprächsstoff im Dorf und lässt Raum für Spekulationen, das möchte ich mir ersparen. Auch meine Tochter nicht. Bei ihr würden die Alarmglocken klingeln und sie würde mir zum wiederholten Male anbieten, mich monatlich zu unterstützen. Genau das möchte ich nicht. Ich stand immer auf eigenen Füßen und jetzt das? Ich fange an zu sortieren und beschließe nach langem hin und Her, die letzten Monatsabschlüsse und die BWA zur Krankenkasse zu schicken, um meine Situation zu erklären. Ich weiß zumindest, dass sie antworten müssen. Ich stehe auf, weil mein Kopf mich nicht zur Ruhe kommen lässt und spüre, dass mein Körper eigentlich Ruhe nötig gehabt hätte. Ich frage mich, wie lange ich das noch durchstehen kann. 


© Susann Krumpen

Mittwoch, 16. September 2026

Spurensuche im Nebel

 Die Tage werden länger, niemand mit dem ich mich austauschen und reden könnte. Heute überrollt mich das Gefühl, welches man wohl Einsamkeit nennt. Ich kannte es vorher nicht und es treibt mir die Tränen in meine Augen. Und ich frage mich, wie lange hatte Er es geplant? Ich suche nach Anhaltspunkten, Gesten, Puzzleteilen. Mal glaube ich auch etwas gefunden zu haben. ER hatte mir eines Tages "Lebe dein Leben" in mein Ohr geflüstert, fast nebenbei, als ich ihn aus der Klinik abholen wollte, mich zu ihm beugte um seine Tasche aufzunehmen, da passierte es. Und ich weiß noch, wie ich mich über diesen einen Satz gewundert und zeitgleich auch geärgert habe. Heute, wo ich hier sitze um das aufzuschreiben, was wir erlebt, gefühlt und getan haben, glaube ich, Puzzleteilchen zu finden, die in das "System" rein passen. Aber die Warheit ist, es ist nur meine Vorstellung davon, wie es gewesen sein könnte. Letztendlich wird man wohl nie erfahren, wie lange sein Suizid vorher geplant gewesen war. Wie lange er mit dem Gedanken gespielt und wann immer er sein Verschwinden vorbereitet hat. Ich frage mich natürlich immer wieder und wieder. Gehe Szenen durch, von denen ich glaube, das sie mir etwas wichtiges sagen wollen. Verwerfe die Gedanken und komme nochmal zu ihnen zurück. Immer wieder und wieder. Ich werde es nicht erfahren können. ER hat MF - für immer, die Tür ist geschlossen. Auch wenn ich seine Seele spüre, glaube sein Lächeln zu sehen, den Sternschnuppen folge und den Wolken hinterherschaue. 


© Susann Krumpen

Freitag, 11. September 2026

Vorsorge oder Abschied?

 Die letzte Zahlung vom Krankenhaustagegeld seiner Versicherung. Es sind weit über tausend Euro. Ich sehe den Betrag und schaue auf meinem Schreibtisch das Herz aus Speckstein an, welches ER letztes Jahr für mich gefertigt hatte. Was habe ich mich gefreut! Endlich, nach Jahren der Geschenke - Enthaltsamkeit war er in der Lage, mir ein kleines herzliches Geschenk zu machen. Fast 22 Jahre ohne nennenswerte Blumen, ausser dem Kennlernstrauß, ohne Pralinen, nicht mal eine Kleinigkeit, die er mir schenken wollte oder mochte, da freut man sich doppelt, wenn ein wundervolles Herz aus Speckstein ganz in rosa den Besitzer wechselt, eines, dass ER mit den eigenen Händen für MICH gefertigt hatte. In der Psychiatrie, so liebevoll. Dann hielt ich mit meinen Gedanken Inne. Rasend fliegen sie mir durch den Kopf. Ist es nicht so, dass Er dieses Jahr in der Psychiatrie getadelt wurde, nicht an den angebotenen Anwendungen teilgenommen zu haben? Man hatte ihn mehrfach dazu aufgefordert, es blieb ohne Erfolg seinerseits. Ich denke weiter. War es nicht so, dass er bei der Neueinstellung des Pflegegrades extra die Stimme verstellt hatte, um höher eingestuft zu werden? Ich hatte ihm im das Telefon an das Bett gereicht und beim Weg gehen den Kopf geschüttelt, weil seine Stimme plötzlich so mikrig klang, fast nicht hörbar, zudem atmete er schwer. Nach dem Auflegen war sein Zustand, seine Stimme wieder normal, das schwere Atmen verschwunden. War es nicht so, dass er im vorigen Jahr die Einweisung in die Psychiatrie in Anspruch genommen hatte, kurz nachdem ich von der OP an meiner Radiusfraktur nach Hause kam und mir eigentlich nicht mal die Unterhose hoch ziehen konnte? Man war ich da sauer, ich fühlte mich massiv im Stich gelassen. Von ihm. Ich überlege, wie viel Geld durch das Krankentagegeld zustande gekommen sein musste, mir stockt der Atem! Es ist nahezu die Summe, die ich für die Beerdigung gebraucht habe. Zumindest den allergrößten Teil davon. Ich sitze eine Weile bewegungslos am Rechner und starre auf meine Tastatur. Die ersten Tränen klatschen auf die Buchstaben der Tastatur, ich schniefe hörbar die Nase hoch und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Soll das alles ein Zufall sein? Oder war und ist es bis auf das Kleinste bewusst geplant und durchgeführt worden? Die Puzzleteile passen nur zu gut zusammen. Ich weine. Nach einer Weile, nachdem ich mich etwas beruhigt habe, kann ich meine Gedanken weiter auf das Papier bringen. Die Nase schnieft immernoch. Ich fange an, in meinem Kopf zu sortieren. 


© Susann Krumpen

Dienstag, 8. September 2026

Witwenrente - Fluch oder Segen?

Ich reiße den Umschlag auf und entnehme mit zittrigen Händen den Inhalt des Umschlages. Rentenversicherung. Das Anschreiben - keine Zahlen. Erstmal weg damit, ich blättere und blättere und dann das! Ich schaue auf die Zahlen und begreife nicht. Was ist das für eine Summe? Wie kommt das zustande? Ich brauche einen ganzen Moment, um die Buchstaben und Zahlen aneinanderzufügen und um zu begreifen, dass dort viel mehr steht, als ich erwartet hatte! Meine Güte! Ich hatte mit einem kleinen Teil seines geringen Einkommens gerechnet, er bekam nicht einmal die Mindestrente. Jetzt sollte das fast genausoviel ausmachen, wie seine Rente selbst? Es musste ein Rechenfehler vorliegen, mein Kopf hämmerte. Ich konnte gar nicht glauben, dass diese Sechshundert Euro zu mir gehören sollten. Ich stürzte förmlich zu den Kopien der eingereichten Unterlagen, hatte ich  vergessen die Einkommenssteuer anzugeben? Nein, alles eingereicht. Wie sonst hätte der Bescheid endgültig zustande kommen sollen? Ich begriff nicht, was und warum es so viel sein sollte. Ich hatte mit einem Drittel von dem Betrag gerechnet und mit dem hätte ich mich damit ausgesöhnt oder abgefunden. Aber das? Natürlich weiß ich, dass, wenn ich mehr verdienen sollte, die Witwenrente auch gekürzt werden wird. Aber hey, wenn ich in den Ruhestand gehe, so werde ich darauf zählen können, vorausgesetzt ich heirate nicht. Unglaublich! Ich kann es immer noch nicht fassen. Hoffentlich wird diese Nacht nicht wieder so schlaflos, wie die Letzte. 


© Susann Krumpen

Von Sternschnuppen und geheimen Wünschen

 Ich sitze noch bei einem Glas Holunderbeersaft im Liegestuhl und denke über die Begegnung mit meinem Nachbarn nach, der sich Tomaten und eine Paprika von der anderen Nachbarin geholt hat, obwohl er und seine Frau behauptet hatten, dass sie selber genug hätten. Sie gießen dort die Tomaten, während der Abwesenheit. Ich frage mich, ob das Absicht war oder sie die Erlaubnis dazu hatten? Ach, so denke ich, wirf den Gedanken über Bord, was geht es mich an. Ab ist ab. Sollen doch alle denken, was immer sie wollen. Und ich schaue zum Himmel, die ersten Sterne leuchten schon dort. Es ist nach 21 Uhr. Da! Was war das? Eine Sternschnuppe, ein Komet? Ich schaue dem Streifen, der soeben vom Himmel flog hinterher. Langsam kommt ein Lächeln in mein Gesicht. Ja, das Lächeln ist selten. Gerade jetzt. Aber dennoch. Ich vergrabe mich nicht und frage mich, ob das Hinterherwünschen noch gilt. Schnell habe ich einen geheimen Wunsch parat. Den ich leise ausspreche, damit die Engel ihn in den Himmel mitnehmen können. Er soll sich ja auch erfüllen. Hoffentlich haben sie schnelle Flügel! 


© Susann Krumpen

Montag, 7. September 2026

Mein Haus - Dein Haus - Unser Haus

Die Nachbarin kommt mit ihrem dreijährigen Sohn, der offensichtlich ein paar Glaskugeln beim Spielen in meinem Garten mitgenommen hat. Sicher, nicht Absicht. Kinder dürfen verspielt sein, müssen sie sogar. Ich hatte ihnen erlaubt, ein paar blaue Trauben aus meinem Garten zu holen, nachdem sie mich gefragt hatte, ob sie welche haben können. Dieses Jahr hätten sie keine. Ich möchte nicht nachtragend sein, aber vor einem Jahr hat sie Süßkirschen irgendwoher geholt und mir im Vorbeigehen davon erzählt. Dann habe ich bemerkt, dass ich in diesem Jahr wohl keine Süßkirschen haben werde. Sie antwortete ziemlich trocken: "Na dann hast du nächstes Jahr wieder welche" Nicht wegen der paar Kirschen, die ich auch selber irgendwo pflücken könnte. Es zeigt den Charakter eines Menschen, die nur kommen, wenn sie was haben wollen. Und das ist so eine Person. Vielleicht haben sie nicht genug Schicksal erlebt. Und als sie so ungefragt auf meiner Wiese saß, während der dreijährige Sohn suchen sollte, fragte sie doch, was ich mit meinem Haus machen wolle, ob ich hier bleiben wolle. An meiner Nicht - Reaktion merkte sie doch recht schnell, dass ihre Frage nicht angebracht gewesen war. Sie entschuldigte sich mit den Worten " Ach ist mir nur so rausgerutscht" Ja von wegen! Fast jeder im Ort hat mich auch schon gefragt, ob ich hier bleibe, einige fragten sogar, ob ich mein Haus schon verkauft hätte. Ich sage es mal so, es scheint ja ein sehr begehrtes Objekt zu sein. Ein kleines Haus, ein ebenso schöner Garten mit mehreren Sitzecken, einer Terasse, die mein Mann noch selbst erbaut hat. Ich denke im Moment, wo soll ich mir mein Zelt aufschlagen, damit ihr zufriedene Antworten bekommt? Oh es steckt so viel Tiefgründigkeit in dieser Frage, die mich doch zum Lächeln bringt. Bloß kein falsches Mitleid, die Erben warten schon, denn das Testament ist noch nicht eröffnet. 


© Susann Krumpen


 

Samstag, 5. September 2026

Kostenfallen - wird es eng?

Immer wieder schaue ich nach. Online in meinem Shop, ob jemand etwas gekauft hat. Ich schaue früh nach dem Aufstehen, zwischendurch und Abends, wenn ich in das Bett gehen möchte. Mehr und mehr greift ein unsagbares Unbehagen nach meiner Seele, um mich am Ende ganz zu vereinnahmen. Ich rechne nach, stelle einige Artikel um, ändere Überschriften und versuche die ersten Schritte auf social Media. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es doch nicht zu schaffen sei, der Monatsabschluss liegt unbearbeitet vor mir. Ich habe schlichtweg Angst. Angst vor der Zukunft im finanziellen Sinne. Die "Was ist wenn" Frage frisst mich auf. Ich nehme ein Blatt, rechne Ausgaben und Einnahmen zusammen und stelle fest, dass die Ausgaben den größeren Part ausmachen. Nicht viel, aber immerhin soviel um nach und nach in den Bankrott zu gehen. 180 Euro Differenz zu meinem Ungunsten. Ich schaue auf meine Ausgaben und überlege, ob da was zu drehen ist. Und ich stelle fest, dass die Ausgaben kaum etwas zum Leben für den täglichen Bedarf übrig lassen. Zumindest ist das Wichtigste, wie Strom und sämtliche Versicherungen bezahlt. Aber Geld, um Einkaufen zu fahren fehlt. Kunden, die bei mir eingekauft haben sind im Verzug, seit vier Wochen schon, ich mahne an. Jeder noch so kleine Betrag wird helfen, den Kopf über Wasser zu halten. Zumindest im Moment. In meinem Shop laufen die Mühlen langsam. Bei jedem Verkauf versuche ich durchzuatmen, es will mir nicht so recht gelingen. Draußen ist endloser Sturm, abwechselnd Regen, nur manchmal scheint die Sonne. In meinem Kopf hämmert es. Was soll ich tun, wenn all das Geld verbraucht ist und ich fest gefahren bin? Soweit möchte ich es erst gar nicht kommen lassen. Ich stelle alltägliche Dinge, die ich nicht mehr brauche zum privaten Verkauf ein. Ahne aber, dass es nicht viel bringen wird. Heute war mir eine Rechnung von der Kirchengemeinde in das Haus geflattert, 85 Euro für die Nutzung der Kapelle anlässlich der Trauerfeier. Die Last wiegt schwer. Ich weiß bald nicht mehr weiter. Und obwohl der Kühlschrank durch das foodcharing gut gefüllt ist, so habe ich nur einen kleinen Teil davon selbst gekauft. Ich versuche mich zu beruhigen und mache meinen Monatsabschluss zum Versand an das Steuerbüro fertig. Die neue Tapete und meine Träume scheinen zu zerplatzen, wie Seifenblasen...


© Susann Krumpen



Mittwoch, 2. September 2026

Rechnungen und neue Tapete

Das Gespräch mit meiner Tochter vor ein paar Tagen ergab, dass sie mir riet, die ausstehenden Bestattungskosten in Raten zu bezahlen. Seit dieser Zeit lässt der Gedanke mich nicht mehr los, dass es besser wäre, die Summe, wenn sie nicht zu hoch ist, auf einmal auszugleichen. Mittwoch. Heute komme ich nach Hause und jede Menge Post. Auch ein etwas geknickter Umschlag von dem Bestattungshaus. Schnörkellos, in der Mitte etwas eingeknickt. Ich mache ihn auf und gehe die Lieste von Leistungen durch, die sie erbracht haben. Die Endsumme keine Viertausend Euro. Mir fällt ein Stein vom Herzen! Immerhin. Und ich zögere nicht, das Online Banking aufzumachen und die geforderte Summe im Ganzen und Sofort zu überweisen. Denn heute früh hatte ich fest gestellt, dass meine Beine mich manchmal etwas im Stich lassen. ich habe nie Probleme mitt meinen Beinen gehabt, doch jetzt sind sie zeitweise wie Gummi, das macht mir Angst. Mein Schwager hatte mir in unserem gemeinsamen Urlaub berichtet, dass er, nachdem sein Sohn gestorben war und er alle Formalitäten beglichen hatte, plötzlich nicht mehr richtig laufen konnte. Kein Arzt hatte eine Ursache finden können, das machte mir Angst. Ich wollte nicht so enden wie er. Immerhin hatte sich das für ihn nach unzähligen Arztbesuchen und einigen Krankenhausaufenthalten gelegt. Die Symptome waren verschwunden, so plötzlich, wie sie gekommen waren. Dabei sah er sich fast schon auf dem OP Tisch. Heute ist er froh, dass alles überstanden zu haben, operiert worden ist er nicht. Die Worte klingen in mir nach und immer und immer wieder denke ich an das von ihm Gesagte. Ich möchte auf keinen Fall, das es mir genauso geht. Deshalb habe ich die Rechnung sofort bezahlt. Eine kleine Summe habe ich sogar übrig, sodass ich mir dieses Jahr auch Öl für die Heizung kaufen kann. Der Tag und meine Laune ist gerettet. Ich überlege, für etwa Tausend Euro Öl zu kaufen, damit noch etwas für einen kleinen urlaub im nächsten Jahr übrigbleiben kann. Ware zum Verkauf habe ich auch soeben bestellt. Ich werde es einfach schaffen. Zumindest bin ich über das foodcharing abgedeckt, zu Essen gibt es eigentlich genug. Auch wenn die Waren am Ablaufen sind, so habe ich in der Vergangenheit schon manches leckere Gericht davon gekocht. Das macht mir schon mal jede Menge Mut. ich hoffe, dass nun alle Rechnungen bezahlt sind, kann nur abwarten, ob oder was da noch auf mich zukommt und spiele mit dem Gedanken, das Bad renovieren zu lassen. Ich will mir schon mal eine hübsche neue Tapete für das Bad aussuchen. 


© Susann Krumpen

Dienstag, 1. September 2026

Testament und Nachlasspflege

Immer wieder versuche ich das zuständige Gericht zu erreichen. Nachlasspflege, wie man es nennt. Vergebens. Auch mit der beglaubigten Kopie vom Testament bekomme ich hier nicht, was ich brauche. Die ewige telefonische Bandansage Warteschleife, ich höre was von Urlaubszeit, Umstellung auf elektronischem Wege, was imer das heißen mag und Verständnis haben. Mein Verständnis ist restlos erschöpft. Für mich alles Ausreden. Es bewegt sich nichts. Gar nichts. Einerseits ja gut, andererseits schlecht, da der Verbleib einiger Gelder eben nicht geklärt werden kann. Ärgerlich das Ganze. Ich versuche es erneut, keine Chance, nicht die Minimalste. Also versuche ich den umgekehrten Weg, rufe die Bank an und spreche dort, ob die Kopie von dem Testament ausreichen würde. Dort schildere ich den Fall und man sagt mir, dass eine Kopie des notariell beglaubigten Testaments völlig ausreichen wird. Nun, während ich alles kopiere, gehen mir verschiedene Gedanken und Szenarien durch den Kopf. Was macht eigentlich eine Witwe, oder ein Witwer, der diese Möglichkeit nicht hat, warten muss, bis ihm oder ihr jemand hilft und hin nehmen muss, dass es entweder lange dauert, oder womöglich gar nicht klappt? Ich finde es unverantwortlich, dass, wie in meinem Fall, die Fürsorge um das weitere Geschehen mit der Rechnung vom Bestattungsinstitut endet. Selbst der Versichenälteste bringt zwar den Antrag auf den Weg, aber woher weiß man eigentlich, ob da nochwas fehlt oder wie lange es dauert? Fragen über Fragen...


© Susann Krumpen

Montag, 31. August 2026

Arztbesuch - 6 Wochen später

 Wie soll ich anfangen. Seitdem mein Mann sich das Leben genommen hat, versuche ich einen Termin bei meinem Hausarzt zu bekommen, alles scheint vergebens. Keine Termine, Urlaubszeit und dann fehlendes Personal. Im Notfall soll man die 112 wählen, laut Bandansage. Dann doch endlich! Ich bekomme einen Termin, das heißt eigentlich nicht direkt. Am Telefon schildere ich den Fall noch einmal eindeutig und weise darauf hin, dass mein Mann sich das Leben genommen hat. Die Angestellte am Telefon entschuldigt sich, meinte, dass sie das schon aus den vorherigen Telefonaten mit mir wisse und sie auch nicht weiß, was sie dazu sagen soll. Sie bietet mir immerhin an, in die Notfallsprechstunde zu kommen, was ich dankbar annehme. Angekommen, stehen und sitzen Menschen schon draußen vor der Tür im Freien, das Wartezimmer rappelvoll und das eine Stunde vor Schließung der Sprechstunde. Als ehemalige Arzthelferin, wie man das früher nannte, hatte ich nur ein inneres Kopfschütteln für diese bizarre Situation übrig. Heute ist Montag. Ich finde einen Platz, weil gerade jemand aufgerufen wird. Leute sitzen, schauen auf ihre Handys, das Fenster ist angekippt. Ich grüße und setze mich dazu. Die Resonanz vernichtend. Mich stört es heute nicht, ich bin froh, mich einreihen zu können. und ich frage mich, wie der Vormittag für die Angestellten wohl laufen mag, ob sie auch noch eine Mittagspause bekommen. Nach fast einer Stunde werde ich aufgerufen, der Arzt sitzt schon im Zimmer und begrüßt mich. Ich grüße zurück und er bietet mir einen Platz an. Sehr nett, denke ich. Er schaut nicht auf, die Erschöpfung ist ihm anzumerken, er ist um Freundlichkeit bemüht. Ich berichte, dass mein Mann sich das Leben genommen hat. Jetzt erst realisiert er, dass ich offensichtlich Hilfe benötige. Er fragt nach dem Sterbedatum. Ich antworte, dass es vor ungefähr 6 Wochen passiert sei. Darauf die Frage, warum ich nicht eher in die Sprechstunde gekommen bin, ich antworte, dass es keinen Termin gab. Sein Blick ist nun ein völlig anderer, ich spüre eine Wendung des Gespräches. Sein Blick öffnet sich. Wir reden über Verschiedenes, ich werde abgefragt, wie mein Schlaf ist und der Appetit. Abgenommen habe ich nicht, so denke ich noch. Der Süßkram die letzten Tage...Das Gespräch lief für beide Seiten freundlich und ich gehe zufrieden aus der Sprechstunde mit einer Überweisung zum Psychologen, einen Krankenschein, einem Termin zum Blutabnehmen, um überprüfen zu können, ob mein Vitamin B12 Spiegel in den Keller gerutscht ist und einem weiteren Termin zur Beantragung einer Reha Kur im nächsten Jahr. Faszit: Man braucht eine Menge Energie, wenn der Akku leer und die Nerven dünn sind.


© Susann Krumpen

Samstag, 29. August 2026

ER hat mich im Stich gelassen - oder gibt es noch Wunder - ein Heißluftbalon

 Ich stand auf, heute Morgen. Meine Gedanken hängen noch an diesem einen Satz, der meine Seele komplett zerstören würde, würde ich nicht irgendwie handeln. Das echte Wunder wartete schon draußen auf mich. Ich nehme, wie gewohnt, ein paar Nüsse für die Krähen mit. Sie sollen auch an diesem Morgen nicht leer ausgehen. Der Himmel ist grau, die Wolken brechen auf, so dass die Sonne heute ein Kleid von flauschiger Watte trägt, ihre Strahlen erstreckten sich hier und da, als würden sie mich und die ganze Welt umarmen. Ich scheine davon zunächst nichts mitzubekommen. Ich laufe und laufe, spüre kaum meine Füsse. Lasse die Nüsse aus meiner Hosentasche am Straßenrand fallen und beobachte, wie die Krähen danach kommen, um sie aufzunehmen, beim Umdrehen sehe ich, dass sie verschwunden sind. Manche Tage fliegen sie so nah und tief um mein Gesicht und um mich herum, dass ich meine, sie wären kurzsichtig und können nicht richtig sehen. Dabei sehen sie sogar sehr gut, ich spüre den Luftzug von ihren Flügelschlägen. Auch wenn sie sich hinter mir von den Bäumen herablassen, um das Futter aufzunehmen spüre ich ein Surren, sehe je nach Sonnenstand auch ihre Schatten. Es erfüllt mich mit Freude und innerer Zufriedenheit. Es ist pures Glück. Heute früh aber war ich mit meinen Gedanken bei diesem einen Satz und viele Fragen, die sich in meinem Kopf versuchen fest zu setzen. Ich bekomme kaum noch Luft, fühle mich regelrecht erdrückt, von diesem Gedanken, dass ER mich im Stich gelassen haben soll. Ich hebe meinen Kopf und will gerade ansetzen, Luft zu holen, bleibe wie gebannt stehen. Ein Heißluftballon am Himmel, weit entfernt und doch ziemlich deutlich sichtbar. Der Ballon blaugrau, fast wie die Wolken, die am Himmel zu sehen sind. Ich stehe am Straßenrand und hole tief Luft. Erst jetzt verstehe ich. ER ist an mir vorbeigefahren, ja er ist es! Ich winke wie verrückt, in der Hoffnung, dass er mich sieht. Der Balon fährt weiter und weiter, bis er nur noch einen Punkt am Himmel ausmacht. Ich höre gar nicht auf zu Winken. Endlose Tränen rinnen über mein Gesicht. Oh Jupp, du hast nach mir geschaut, du wolltest mir sagen, dass du mich liebst und ich nicht alleine bin. Was für ein Wunder, was für ein Glück! Den heutigen Morgen werde ich nie vergessen. Der Gedanke, dass du mich im Stich gelassen haben könntest, war restlos aus meinem Kopf verschwunden, meine Seele kann wieder Atmen. Ich fühle mich schlagartig besser. Sämtliche Zweifel sind ausgeräumt. Zuhause mache ich mir einen Milchkaffee mit viel Zucker, sitze draussen im Garten, während ich meinen Kaffee trinke und hänge diesem Gedanken nach. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.


© Susann Krumpen

Freitag, 28. August 2026

ER hat mich im Stich gelassen - oder gibt es noch Wunder Teil 1

 Das zufällige Gespräch heute mit einem Kunden. Er brauchte Einzelteile für eine Lampe und ich bat ihn darum, Bilder per Whattsapp hoch zu laden, was er offensichtlich auch tat. Im Gespräch erwähnte ich, dass ich zum Heraussuchen etwas Zeit brauche, weil ich das Geschäft alleine führe, da mein Mann gestorben sei. Ich erwähnte beiläufig, dass er den Weg selbt gewählt hatte. Warum ich ihm das erzählte, weiß ich heute eigentlich nicht mehr. Die Stimme am anderen Ende wurde einen Augenblich lang still. Dann aber bemerkte der Kunde, der offensichtlich der Stimme nach ein Mann mittleren Alters zu sein schien. "Er hat Sie im Stich gelassen" tönte es duch das Telefon. Ich rang nach Luft. Fand den Gedanken unerhört, wollte etwas erwiedern, tat es aber nicht. Der Kunde wiederholte diesen einen Satz mindestens noch zwei Mal, ich rang nach Luft und antwortete nicht, sondern versuchte das Gespräch auf die Zusammenstellung seiner Lampe zu lenken. Ich konnte an dem gesamten Abend an nichts anderes mehr denken. Hatte mich Jupp wirklich im Stich gelassen ? War es wirklich so, dass er sich eingerollt hat und einfach verschwunden war? Ich spürte Wut. Warum? Schrie es plötzlich in mir! Warum hat er das getan? Es tat sich mir eine völlig neue Perspektive auf. Nicht die, in der ich gerade gestern noch dachte, er wäre aus dem Leben gegangen, um mich zu schonen. Nein, bei Weitem nicht. Es zeigte sich plötzlich die hässliche Fratze von einem Menschen, den ich doch glaubte zu lieben. Die Sanftheit verschwand, ein schwerer Schleier legte sich über mein Gemüt, es schien, als hätte der eine Satz mein Leben vergiftet. An Schlaf war an diesen Abend nicht zu denken. Ich lag im Bett und der Gedanke übernahm völlig die Kontrolle über meine Seele, es kam mir vor, als hätte jemand Farbe in den Fluss gekippt. Plötzlich fühlte ich mich angreifbar. Ich grübelte und grübelte und in meinen Gedanken kamen frühere Situationen zum Vorschein, in denen Jupp sich durch das Leben larviert hatte. Der Satz sollte sich bestätigen, oder doch nicht? Hatte er keine einzige Ecke unseres Hauses finden können, wo er sich verstecken konnte? Hatte er gedacht, ich würde ihn finden und mit Mitgefühl und Trost einwickeln, wie einen kostbaren Diamanten? Ist er deshalb diesen Weg gegangen, damit ich keinen Zugriff mehr zu ihm finden sollte? Es war schwer zu verstehen, was sich für absurde Gedanken in mir abspielten. Ich selbst verstand gar nicht, was dieser eine Satz in mir anrichtete. Und ich fing an zu spüren, dass er drohte, meine Seele zu zerstören. Das Vertrauen war infrage gestellt. Am Morgen wachte ich schweißgebadet auf, ich hatte kaum Kraft aufzustehen, Tränen rannen mir über das Gesicht. ich beschloss erstmal eine kleine Runde raus zu gehen, um frische Luft zu schnappen. Dann geschah das echte Wunder...


© Susann Krumpen

Dienstag, 25. August 2026

Danksagung oder Karten?

 Ich öffne die Tür, nachdem es geklingelt hatte, die Bestatterin steht draußen und ich bitte sie herein. Auf Nachfrage mache ich ihr einen Kaffee und wir essen zusammen Kuchen, den ich schon bereitgestellt hatte. Die Atmosphäre locker. Wir reden. Den Text für die Danksagung hatte ich mir schon vorher überlegt, ich reiche ihr das beschriebene Blatt rüber. Allein die Ausgestaltung ist für sie noch wichtig, ich wähle einen schlichten Baum. Die meisten Menschen bekommen letztendlich eine Karte in Form einer Taube, die man an das Fenster hängen kann. Für alle Anderen die Danksagung in der öffentlichen Zeitung. Mehr als 20 Karten habe ich dann auch nicht. Und schon stolpert man in die Falle, in die wohl andere Menschen vor mir gestolpert sind. Die Geldzuwendungen aus den Trauerkarten werden sowieso dafür verwendet, um die Danksagungskarten zu kaufen und zu versenden. Ich persönlich sehe es einmal so: Wenn jemand stirbt, dann habe ich eine Trauerkarte, die mir ansprechend erscheint und lege einen bestimmten Betrag mit dort hinein. Irgendwann, und die Leute merken sich das, bekommt man den selben Betrag wieder zurück. In der Trauerkarte für seinen Angehörigen. Die Bestatterin und ich essen Kuchen, der regenbogenfarbig ist und wunderbar schmeckt. Wir plaudern über dies und das. Sie möchte wissen, wie die Urnenbeisetzung gelaufen war. Und ich habe ihr erzählt, wie und was dort statt gefunden hat. Im Nieselregen, schön und ergreifend war es. Wir haben ihm sogar 2 Zigaretten und 2 Kaffeebohnen mit auf den Weg gegeben. Es ist ein tröstlicher Gedanke, es endlich abgeschlossen zu wissen. Ich erzähle ein wehnig über das gelebte Leben mit Jupp und sie lächelt. Zum Abschluss frage ich sie, ob sie eine, von den Karten haben möchte. Sie bejaht und nimmt eine mit. Die Tauben kann man sich schön an das Fenster hängen. Eigentlich benötige ich die öffentliche Danksagung nicht, aber für alle Fälle und damit sich hier in der Gegend auch niemand auf den sogenannten Schlips getreten fühlt... Mission erfüllt. So wie ER war, schlicht und einfach. 


© Susann Krumpen

3 Tage nach der Trauerfeier - Gedanken zum Überleben

Seit gestern bin ich zuhause. Ich fühle mich nicht gut. Es gibt Momente, in denen ich nur da sitze, und im Büro vor mir hin starre, ins Leere. Mein Kopf will dann auch nicht mehr arbeiten. Heute bin ich erkältet. Seit 21 Jahren, und darüber hinaus hatte ich nichts dergleichen, ich war immer im Lot. Aber jetzt? Jeder, dem ich begegne, will nach Möglichkeit wissen, wie es war, wie es abgelaufen ist. Sensiationspresse. Einige Karten zum Verteilen liegen noch hier auf dem Schreibtisch und warten darauf, an den richtigen Absender gebracht zu werden. Der Berg von Unaufhörlichem scheint im Moment unüberwindbar. Heute früh war ich zur Physiotherapie, totale Verspannung in den Schultern. Ich rede da nie viel, versuche mit den Übungen mitzugehen, um das Maximalste aus der Behandlung herauszuholen. Ich habe gerade 6 Termine, von denen sicher schon 3 benutzt worden sind. Nach den jeweiligen Behandlungen scheint es mir etwas besser zu gehen. Ich möchte so Vieles, die Kraft reicht gerade mal, um den Tagesablauf zu gestalten und sich hin zu legen. Ich bin enttäuscht, möchte, dass der Zustand aufhört, weiß aber nicht, was ich tun soll. Deshalb versuche ich so weiter zu machen, wie bisher. Den morgigen Dienst beim FairTeiler habe ich abgesagt. Ich schaffe es schlichtweg nicht. ..


© Susann Krumpen



Samstag, 22. August 2026

Tag der Trauerfeier

Wir fahren früh los, kurz nach sieben. Die Urne, die sich noch m Karton befindet, wird angeschnallt, dazu kommen die Stiefel, das Bild von meiner Schwester, ein Halstuch, der Hut und der ewig stinkende Schal. Ein Schal, den er täglich getragen hatte, der derart nach Zigarettenqualm stank, dass man es beihnahe nicht mehr ausgehalten hatte. Die letzte Fahrt auch für ihn. Dazu kommen, ein Kisten Getränke, die Pappbecher, Servietten, eine große Schüssel Kekse und die gebackenen Windmühlen aus Blätterteig von einer Bekannten, die sie mir noch gestern Abend gebracht hat. Sie haben uns gestern schon geschmeckt. Gefüllt mit Erdbeermarmelade. In einer Weihnachtsschachtel. Ich fand es irgendwie süß! Losgefahren, die bekannte Strecke. Auch unterwegs hatte mein Sohn sein Handy und meinte, er müsse mir sagen, wo ich hier lang muss. Ach, dachte ich, was meinst du, wie oft ich die Strecke in den 21 Jahren gefahren bin? Ich kene sie quasi mit verbundenen Augen. Und dann ist der Ort, zu dem wir kommen auch ein Stück Heimat, ich kenne es, wie man so sagt, wie meine eigene Westentasche.  Angekommen, war meine Schwester schon da. Ich weiß nicht, wie lange sie hier vor Ort gewartet hatte. Ich stieg aus, obgleich ich mir damit Zeit ließ, es war noch eine dreiviertel Stunde Wartezeit und es war empfindlich kalt an diesem Morgen. Nieselregen. Schirme waren am Ende genug da. Nach der Begrüßung kam meine Tochter, ihr übereeichte ich die Blumen, die für Gabi vorgesehen gewesen sind, sie freute sich riesig darüber. Leute kamen, stiegen aus, begrüßten wieder andere. Jupp seine Familie, sein ehemaliger Schwiegersohn, der Schwager von Jupp seiner Tochter nebst Frau, eine ehemalige Angestellte, wie es mir schien, seine Exfrau mit Mann, die Enkeltochter mit Freund. Vielleicht überschlagen 22 Leute. Die Försterin kam. Sie nahm die Urne, fragte nun aber, ob jemand anderes die Urne tragen möchte. Meine Schwester, die mit ihrem Auto schon ein Stück des Weges hin gefahren war, nahm als erste die Urne, ich war mir nicht ganz schlüssig, mein Gefühl sagte mir, dass ich ihn ja schon über Jahre getragen hatte. Nach einer Weile, nahm ich die Urne und trug sie. Vielleicht aus Scham, vielleicht auch deshalb, um ihn ein Stück des letzten Weges zu begleiten. Sie wog etwa 2 Kilo. Dann reichte ich sie weiter, an seinen Sohn, als ich mich noch einmal umdrehte, trug sie seine Tochter. Insgeheim spürte ich ein inneres, zufriedenes Lächeln. Ja, dachte ich, ihr sollt auch mal sehen, wie schwer so ein Mensch selbst nach dem Tode ist. Aber etwas anderes schien ich zu spüren. Seine Seele ging neben mir und versuchte mir Trost zu spenden. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich so etwas erlebt. Angekommen, las ich vor, wie es weitergehen sollte. Der Text eine Mischung aus, "Wir haben uns versammelt..." und " Nachhher am Andachtsplatz, Kaffee und Kuchen..." Tränen flossen mir über das Gesicht,während ich versuchte zu reden, es war nicht einfach, ein paar Worte zu sagen. Ich zitterte, während ich vom Zettel ablas, steckte dann aber den Zettel in die Hosentasche, die letzten Worte kamen mir von selbst über die Lippen. Dann sprach auf mein Nicken die Enkeltochter, den Text kannte ich schon von der Gedenkseite. Sie sprach darüber, dass sie ihren Oa seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ich musste meine Gefühle zurück halten, es war eine Mischung aus Genugtung, Wut und Mitgefühl. Ich versuchte bei mir zu bleiben, mit meinen Gedanken. Die Urne wurde herabgelassen und wir versenkten unsere Spruchbänder, einige weiß-blaue Blütenblätter und 2 Zigaretten und 2 Kaffeebohnen. Dann wurden Becher ausgeteilt, alkoholfreier Sekt eingegossen. Wir stießen mit den Bechern auf das gelebte Leben an und den letzten Schluck gossen wir in das Grab. Die Stelle wurde verschlossen. Und wir gingen im stömenden Regen, der mittlerweile eingesetzt hatte, zum Andachtsplatz. Zum Glück war er unterdacht. Zumindest teilweise. Kaffee, Kekse und Kuchen wurde verteilt, gegessen, geredet und auch geweint, geschwiegen. Eine ziemlich harmonische Stimmung. Nach einer Weile war alles abgeräumt, einige Leute schon verschwunden und wir blieben übrig, gingen zum Auto. Ich war durchgefroren, mein Sohn weinte immernoch. Ich umarmte ihn. Meine Tochter und mein Sohn wollten zusammen fahren, sie redeten noch am Auto, ich verabschiedete mich von Ihnen. Hatte aber zeitgleich ein schlechtes Gewissen, sie so alleine los gehen und fahren zu sehen. Meine Schwester bemerkte, dass sie doch erwachsene Menschen seien, sie selbst hat keine Kinder. Denn eigentlich wollte ich meinen Kindern Geld für ein gemeinsames Essen oder Imbiss mitgeben, tat es aber dann doch nicht. Auch meine Tochter meinte, ach Mutti lass doch. Ich wusste in meinem Herzen, dass sie alles bezahlen würde und der Gedanke daran machte mir die Seele schwer. Ich fuhr endlich los. Zu meiner Mutter. Ich denke, auch wenn es bei ihr nicht immer schön und oft unreflektiert zugegangen ist, sie ist und bleibt immerhin meine Mutter. 


© Susann Krumpen

Freitag, 21. August 2026

Zwischengedanken Blumenschmuck

 Gerade aus dem Blumenladen gestolpert habe ich zwei Sträuße in der Hand, die mir eigentlich nicht wirklich gefallen. Ja, Blumen sind Blumen, aber das kann ich nicht wirklich empfehlen, wo die Sträuße im Nachbarraum gemacht werden, ohne, dass man sieht, was da rein kommt. Gut, nun habe ich sie. Lila, wie gewünscht mit fast keinem Weiß und noch wehniger Grün. Schade. Und ich wette, dass jeder der Sträuße mindestens 30 Euro kosten wird, weil es für die Urnenbeisetzung ist. Kauft man die Sträuße nur mal so, dann sind sie weitaus günstiger zu haben. Ich habe noch keine Rechnung, aber alleine die 2 Töpfe Blüten, die ich morgen mitnehme sollen 120 Euro kosten, ich frage mich, wie der Preis zustande kommt. Genau genommen zahlt man nur für das Gefühl, alles gut und richtig gemacht zu haben. Im Prinzip ist die Farbe und Art ziemlich egal. Ich wollte weiß - blau. Aber im Prinzip eigentlich schon egal. Die Illusion zahlt man mit. Ich bekomme im Geschäft noch zu erfahren, dass allein der Urnenschmuck, der jetzt noch auf meinem Hof liegt, vor sich hin trocknet und langsam unansehlich wird 590 Euro kosten sollen. Schulterzucken. Keine Blume der Welt ist so teuer, aber wenn es um das Leid der Menschen geht, ist es gefühlt Abzocke. Ich erinnere mich einmal an unsere Hochzeit. Dort war ich zum Schminken am selben Tag im Kosmetikstudio. Lidschatten, Rouge, Lippenstift ( den ich heute noch habe und der noch immer nicht alle ist) 78 Euro. Ich war ziemlich geschockt, über solche Preise. In der Zwischenzeit ist Leben vergangen, um genau zu sein 21 Jahre. (Mein Lippenstift ist demnach nostalgisch) Und ich bin selbstständig, habe also verstanden, dass alles bezahlt werden muss, aber dennoch. Die Preise heutzutage. Und doch wird man es wieder genauso machen, weil die Welt sich weiterdreht und die Hinterbliebenen in der Regel froh sind, dass sich einige Dinge ohne ihr Zutun regeln und es Ihnen abgenommen wird. Dienstleistung eben. In der Zeit der permanenten Überforderung...Ich verstehe es sogar.


© Susann Krumpen

Urnenbeisetzung - 1 Tag vorher

 Bis eben wusste ich noch, was ich schreiben wollte. Eigentlich. Den Haustürschlüssel habe ich bei der Nachbarin abgegeben. Ich fahre morgen zur Urnenbeisetzung. Und übernachte bei meiner Mutter. Bis Montag früh, wenn es gut läuft, bis Sonntag Abend, wenn nicht. In einer Stunde etwa soll ich meinen Sohn vom Bahnhof abholen. Ein wenig Schiss habe ich davor, eigentlich nur deshalb, weil ich ihn als absoluten Narzissten wahrnehme. Obwohl sich sein Verhalten, gemessen an den Jahren zuvor schon enorm verbessert zu haben schien. Vor Jahren nahm ich mir immer eine Unterkunft, um ihn zu besuchen, da schafften wir es nur punktuell (zu einem gemeinsamen Essen in einem Caffee oder Ähnlichem) zusammenzukommen. Heute geht es auch mal am Stück. Aber nicht mehr wie 2 Tage, dann läuft bei Ihm alles auf Hochtouren und das Fass über. Er braucht ein Ventil, um weiter zu funtionieren. Bei mir hat er das nicht, deshalb der Angriff vor ein paar Tagen, ich sehe das in der Zwischenzeit reflektierter. Es hatte nichts mit der derzeitigen Situation, oder nur punktuell was mit mir zu tun. Überforderung und alte Wunden, die jeder von uns hat. Aber zurück zum Geschehen. Zum Mittag bringe ich das übriggebliebene Fleisch und die Würstchen zur Feuerwehr. Ich benötige das nicht, möchte es auch in keiner Weise vergütet haben. Denn hier geht es Hand in Hand. Ich werde das Gefühl nicht los, dass genau die Leute etwas für einen tun, die sowieso schon genug mit sich zu tun haben, mit sich herumtragen. Irmgard hatte mir gestern Goulasch gebracht, damit ich heute etwas zum Mittag habe. Das kommt mir sehr entgegen. Irgendwie. Obwohl ich mir gestern Fisch gekauft hatte, freue ich mich schon! Karen bin ich gestern noch mit dem Auto begegnet. Sie backt für morgen die Plätzchen, ich finde das total nett und überhaupt nicht übergriffig. So muss ich mir keine Gedanken um so etwas machen. Getränke habe ich noch, die ich für morgen verwenden könnte. Ich denke darüber nach, ein paar Worte auf der Urnenbeisetzung zu sprechen. Was soll der Inhalt sein? Organisatorisches, oder doch mehr? Es wird mir einfallen. Dann hatte ich den Versicherungsfritzen gefragt, ein langjähriger Freund von Jupp, ob er nicht zu dem ehemaligen Freund von Jupp, also Sven eine Verbindung herstellen könnte. ER scheint der Einzige zu sein, der Kontakt zu ihm hatte. Immerhin wusste er, dass Sven in Europa mit dem Fahrrad unterwegs sei und sie im Sommer noch telefoniert hatten. Vor ein paar Tagen hat der Versicherungsfritze behauptet, dass Sven sein Handy nicht abgenommen hätte. Ich bat darum, eine SMS zu senden, er antwortete, ich habe bis Samstag zu tun, ich kann nicht helfen. Oh mann, ich war so nah dran! Wo ist die Menschlichkeit nur geblieben? Ich nehme es gelassen und frage gar nicht mehr, wünsche ihm eine schöne Zeit. Ich fange an, los zu lassen, nicht mehr hinterher zu laufen, auch wenn sich das eben Geschriebene für den Leser anders anfühlt. Jede Veränderung braucht seine Zeit. Ich habe hinter die Fassade geblickt, zwischen den Zeilen gelesen. Vielleicht bricht irgendwann der Stolz ab, fällt die Krone, stürzt der Thron, auf dem manche Menschen sitzen. Ich bin sicher, dass es so sein wird. Meine Mutter kommt nun doch nicht zur Urnenbeisetzung. Sie kann nicht. Erst hat sie so ein Trara daraus gemacht und nun? Ja. Ich bin auch hier nicht erstaunt, oder gerührt. Ich empfinde nur Mitgefühl und erzähle ihr, dass es absolut nicht schlimm ist, wenn sie zuhause trauert. Ich weiß, dass sie IHN, meinen Mann heimlich geliebt hat. Sie ahnt nicht, dass ich es weiß. Und damit sie sich nicht verrät, bleibt sie zuhause, bei ihrem Schmerz, ihrer Trauer. Immerhin habe ich jetzt das Papierschiffchen, welche Jupp immer aus den übriggebliebenen Bonbonpapieren gebastelt hatte für sie und eine kleine Miniurne, die sie sich hinstellen kann und wo sie einen Ort zum Trauern findet. Ich bin nicht wütend, ich habe Mitgefühl, endloses Mitgefühl...


© Susann Krumpen

Donnerstag, 20. August 2026

Konto gesperrt, was tun? - Oder doch alles ganz easy?

 Der Tage hasse ich Post. Besonders, wenn ich Umschläge aus dem Briefkasten nehme. Ich weiß nie, welche Rechnung sich hinter in Umschlägen verbirgt. Dieses Mal 3 Umschläge von der Sparkasse. Oh nein! Denke ich, das kann nichts Gutes sein. Bestimmt das gemeinsdame Konto gesperrt, geht es mir durch den Kopf. Ich reisse mit zitternden Händen die Umschläge auf. Oh, Glück gehabt! Nur neue Bankkarten, unsere laufen ab. Aber da, der Name von meinem Mann steht auf der Einen. Ich greife zum Telefon, zögere, aber wähle trotsdem. Als eine Stimme ertönt, möchte ich auflegen. Zu spät. Ich erzähle, dass mein Mann gestorben sei und weiß im Hinterkopf, dass meine Aussagen nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Gut, vielleicht muss es so sein. Ich lasse es geschehen. Ärgere mich aber gleichzeitig. Nach dem Telefonat mache ich das Online Banking auf und übertrage die letzten 180 Euro, die auf unserem gemeinsamen Konto sind, auf mein Geschäftskonto. So, denke ich. Jetzt sollen sie mal schauen! Gleich am nächsten Tag meldet sich eine Mitarbeiterin von der Sparkasse, in mir laufen die Nervenbahnen auf Hochtouren. Sie erklärt, dass sie die Sterbeurkunde brauchen und den Nachweis vom Amtsgericht, es liegt ja ein Testament vor, dessen notariell beglaubigte Abschrift bei mir zuhause liegt. Ich zögere. Sie meinte, fahren Sie doch einmal vor Ort, nehmen  Sie Ihre Unterlagen mit und dann geht es weiter. Also fahre ich. Es gibt sowieso kein Zurück mehr. In der Bank ist alles schnell erledigt. Gar keine Wartezeit. Ich kaufe noch ein und fahre nach hause. Angekommen, das Telefon blinkt. Ich bin irgendwie wütend, das es blinkt. Und gehe dran, wähle , es meldet sich eine Mitarbeiterin der Bank. Ach, erklärt sie mir, Sie haben Post , schauen Sie mal online in Ihrem Nachrichtenordner. Den Namen Ihres Mannes habe ich soeben herausgenommen. Ich stutze. Sie erklärt aber munter weiter, dass ich nur noch die unterschriebenen Ausdrucke wieder in der Bank abgeben müsste und dann wäre das alles erledigt. Ich begreife gar nicht so schnell. Alles erledigt? Öffne das Online Banking und siehe da, Jupp steht nicht mehr drin. Gesperrt ist es auch nicht. Mir fällt ein gewaltiger Stein vom Herzen! 


© Susann Krumpen

Mittwoch, 19. August 2026

Ganz in Familie - oder doch nicht? Planung der Urnenbeisetzung Teil 1

 Nachdem ich mit jeder Partei mindestens 30 Minuten telefoniert hatte, waren fast 3 Stunden vergangen. Jedem das Selbe erzählen. Der Eine kann, der Andere nicht. Wieso Pappbecher im Friedwald, warum sind keine Blumen erlaubt, warum feste Schuhe und keine schwarze Kleidung, warum kein koffeinfreier Kaffee, warum, warum, zu viele Warums. Mein Kopf dröhnt, ich habe eine Kopfschmerztablette genommen. Das erste Gespräch mit meinem Bruder, er möchte mit seiner Familie nicht dazu kommen, ich höre mir seine Gründe an, obwohl es nichts zu begründen gibt, und stimme der Sache völlig zu. Mein Inneres sagt mir, wer nicht kommt, ist nicht dabei. Das hat nichts mit Jupp oder mir selbst zu tun. Andere Menschen sehen das anders, das dürfen sie auch. Meine Schwester meinte, sie fände das nicht in Ordnung, hätte es schöner gefunden, wenn wehnigstens der eigene Bruder mit dabei gewesen wäre. Alte Wunden reissen auf. Ich kann es fühlen. Schon im Urlaub hat sie sehnsüchtig auf ihn gewartet, er kam nicht, hatte angeblich Besuch. Ich versuche mich, davon zu distanzieren, obwohl es auch an meiner Seele kratzt. Meine Mutter hat nicht viel Verständnis dafür, dass zur Urnenbeisetzung ehemalige Wegbegleiter, die ich noch nicht einmal oder nur flüchtig kenne oder kannte dazukommen. Sie selber wollte Anfangs nirgends hingehen, nicht zur Trauerfeier, nicht zur Urnenbeisetzung. Jetzt macht sie so ein Trara daraus. Fürchterlich.  Denn ich finde, jeder, ob er sich zu Lebzeiten gekümmert hat, oder nicht, sollte wehnigstens die Möglichkeit bekommen, hier Abschied nehmen zu dürfen. Dabei ist es für mich unerheblich, ob ich die Person gekannt habe, oder auch nicht. Ich merke es deutlich an den Denklücken, die sie hat und dem darauffolgenden Satz" Ja musst du ja wissen, es war ja dein Mann" Und es war nicht nur mein Mann, ER war auch Chef, Kollege, Freund, Nachbar, Kunde, Angestellter Familienvater, Ehemann, Exehemann oder Gefährte von Menschen, mit denen Er in Berührung gekommen war. All das zusammen machte ihn als den Menschen aus, den ich so geliebt habe. Und ich finde es schade, wenn irgendjemand gerade jetzt diese einzige Möglichkeit verpassen würde. Jeder Mensch braucht seinen Seelenfrieden. 


© Susann Krumpen