Neugierig? Na dann mal los!

Mittwoch, 11. Juni 2014

Pfingsten mit Hindernissen

...eigentlich liebe ich Besuch. Doch zu Pfingsten kam alles anders. Die Tochter meines geliebten Mannes mitsamt ihrer Familie hatte sich angekündigt. Die Familie besteht aus ihrem Mann und einem ausgeflippten Hund.
Nun gut.
Alle Vorbereitungen waren getroffen. Gebacken, gekocht und Betten frisch bezogen, als es unerwartet und plötzlich über mich kam...
Der Besuch kam. gut gelaunt (noch) empfing ich meinen Besuch und sie fingen an, sich bei mir in gewohnter Weise einzurichten. Das Hundefutter kam in den Kühlschrank, so dass ich das Essen raus nehmen musste, mein Wohnzimmer wurde zu einem Campingplatz umfunktioniert. Ein Wäscheständer war schnell aufgestellt, alle Möbelteile wurden mit Klamotten und oder ähnlichem behängt und von nun an war das Wohnzimmer für meinen Mann und mich tabu.
Kein Fernsehabend, keine Couch, kein gemeinsames Kuscheln.
Den Abend verbrachten mit gemeinsamen Essen und Gespräche. Am nächsten Morgen bemerkte ich sogleich, dass etwas mit mir nicht stimmen konnte. Ich stand auf, ging in das Bad und war ziemlich erstaunt. Mein Mund was so klein geworden, fast nicht mehr sichtbar, oder anders gesagt, mein Hals war so stark angeschwollen, als hätte ich über Nacht mindestens 50 kg zugenommen...

 © Susann Krumpen

Freitag, 23. Mai 2014

Magenspiegelung - Teil 2 - Tag der Untersuchung

Nun ist es endlich soweit. Ich werde aufgerufen und in ein Behandlungszimmer, ausgestattet mit Geräten, einer Liege, Waschbecken gebeten.
Auf der Liege warte ich auf den Arzt, der auch sobald erscheint. Die Arzthelferin deckt mich mit einer kuschelweichen Decke zu, dass ich nicht frieren muss. Der Arzt legt einen Venenzugang, ich bekomme so eine Art Beißring , den ich zwischen die Zähne nehmen muss, damit die Untersuchung ohne Komplikationen für mich und den Arzt durchgeführt werden kann und mir wird ein "Schlafmittel" in die Vene gespritzt.
Viel, oder besser gesagt, ich bekomme von der eigentlichen Untersuchung gar nichts mit.
Nachdem ich aufgewacht bin, ist eine Arzthelferin in meiner Nähe und meint: " Alles überstanden, es hat nicht lange gedauert, der Arzt kommt gleich noch einmal zu Ihnen rein"
Dann verlässt sie das Behandlungszimmer und ich habe Gelegenheit, in mir hineinzuhorchen. Nichts. Nicht einmal mein Hals kratzt.
Nein, absolut nichts. Untersuchung verschlafen.
Die Tür öffnet sich, der Arzt kommt und meint, ich könne mich schon mal aufsetzen. Er erzählt mir, dass die Untersuchung reibungslos abgelaufen sei und eine kleine Gewebeprobe entnommen wurde. Diese wird noch histologisch ( also im Labor) untersucht. Ansonsten keine weiteren ( komischen oder sichtbar krankhaften) Ergebnisse.
Ich bin froh.
Nach der Verabschiedung kann ich die Praxis verlassen.
Mein Männe wartet bereits draußen und wir gehen in die Sonne. Jetzt habe ich mir einen Kaffee verdient!

 © Susann Krumpen

Donnerstag, 22. Mai 2014

Magenspiegelung - Teil 1 - Tag der Untersuchung

Der Tag der Untersuchung ist da. Geschlafen habe ich nicht viel, vielleicht gefühlte 2 Stunden.
Völlig übermüdet stehe ich gegen 5.30 Uhr auf und wanke schlaftrunken in das Bad. Ich sehe grauenhaft! aus und versuche mich irgendwie herzurichten. Noch verspüre ich keinen Hunger und ich denke auch noch nicht über die kommenden Geschehnisse nach.
Frisch geduscht und angezogen richte ich die Kaffeemaschine her, "so;n Mist" denke ich, "Kaffe darfste nicht".
Etwas frustriert trinke ich ein Glas Selters, die gluckst in meinem Magen und nun denke ich auch an Hunger. Die Praxis hatte nur dürftige Informationen mitgegeben, so dass ich etwas verunsichert bin. Selters kann nicht schaden, denke ich.
Ist ja so gut wie nüchtern. Ich stürze mich an die Arbeit. Ein wenig Büro und dann im Packraum. Ein Vorteil der Selbstständigkeit ist ja, dass man günstigstenfalls auch zu Hause arbeiten kann.
Den Vorteil genieße ich sehr.
Nach 2 Stunden sehe ich meinen Mann draußen im Vorbau unseres Hauses mit einer Tasse Kaffee und seiner Zigarette sitzen, so wie jeden Morgen. Er ist wortkarg, sicher noch müde. Kaffeeduft steigt in meine Nase, ich halte es aus.
Um 8.30 Uhr habe ich den besagten Termin in der Praxis. Gegen 8.00 Uhr fahren wir los. Dort angekommen, erhalte ich nach erfolgter Anmeldung einen Bogen zum Durchlesen und Ausfüllen. Gesagt, getan. Einige Punkte auf diesem Bogen hätte ich gerne ab gestern Mittag schon gewusst, aber nun ist die Zeit vorüber und was soll;s.
Ich bin hier und habe Hunger!
Mit meinem ausgefüllten Bogen sitze ich im Wartezimmer und warte darauf, dass ich aufgerufen werde. Eine Mit - Patientin packt ihr Frühstücksbrot aus, und kaut mir was vor. Oh man, mein Magen schreit nach Essen!
Plötzlich werde ich zum Arztgespräch aufgerufen und vom Arzt mit einem Handschlag freundlich begrüßt.
Das Gespräch findet in einem hellen, freundlichen Raum statt und ist nicht, wie bei der Darmspiegelung eine "Massenveranstaltung".
Aufgeschlossen und ruhig erklärt der Arzt die Vorgehensweise und bittet mich abschließend noch einmal im Wartezimmer Platz zu nehmen. Mit mehr Gelassenheit beobachte ich das rege Treiben der Arzthelferinnen und Angestellten, meine Angst scheint wohl verflogen.
Ich werde aufgerufen und in das Behandlungszimmer gebeten...neugierig wie es weitergeht?...im 2. Teil...

 © Susann Krumpen



Dienstag, 20. Mai 2014

Magenspiegelung - was bisher geschah

Der Gedanke an eine bevorstehende Magenspiegelung lässt immer noch viele Menschen zögern, zum Einen durch die Erzählungen von Angehörigen, die so etwas in früheren Jahren erlebt hatten und deren Angaben sich wirklich abenteuerlich anhören und zum Anderen aus dem Nicht- Wissen des Patienten.
Auch ich hatte mir im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie so etwas denn ablaufen würde und einige Familienmitglieder und Bekannte befragt, von denen ich wusste, das sie solch eine "Prozedur" schon einmal erlebt hatten.
Meine Mutter meinte dazu nur: " Oh grauenhaft!", "Erinnere mich nicht daran!" Und sie fing an zu erzählen , was sie vor, sagen wir mal gefühlten 50 Jahren dort erlebt zu haben schien.
Angefangen von einem Einlauf, der ihr heute wohl noch in den Knochen saß bis hin zum "Schlauchschlucken", wo ihr heute noch (natürlich nur gefühlt) der Hals weh tat.
Ich schluckte. In meinem Kopf breiteten sich die abenteuerlichsten Gedanken aus. Soll das heute noch immer so schlimm sein?
Ich ließ mir einen Termin geben und die Arzthelferin, deren Stimme ich sehr nett fand, meinte, "das machen wir ambulant, machen Sie sich keine Sorgen, kommen Sie einfach nüchtern in die Praxis, das wird schon"
Wie? Dachte ich, mehr Informationen gibt es nicht?
Was muss ich am Tag vorher beachten? Darf ich alles essen? Muss ich noch etwas in die Praxis mitbringen?
Wie lange wird es dauern? Wird es schmerzhaft sein?
Läuft es wirklich so ab, wie ich es aus den Erzählungen meiner Mutter kennengelernt hatte?
Tausend Fragen, keine Antwort. Die Arzthelferin hatte das Telefon schon aufgelegt und ich trug mir mit einem etwas mulmigen Gefühl den Termin im Kalender ein.
Wer meine Berichte und Gedanken schon einmal gelesen hat, wird vermuten, dass alles ganz anders kam...

© Susann Krumpen

Montag, 19. Mai 2014

Darmspiegelung - Fazit

Es ist überstanden und ich bin froh, es getan zu haben. Krebsvorsorge geht uns alle an und ich übernehme einen großen Teil an Verantwortung für mich selbst, für meine Partnerschaft und für meine Familie.
Die Angst und Angespanntheit, die ich im Vorfeld hatte war völlig unbegründet. Heutzutage gibt es elegante Methoden und eine Sedierung (Ruhigstellung), so dass man in einen kleinen Schlaf fällt und von der eigentlichen Sache gar nichts mitbekommen muss.
Ich persönlich kann das nur weiterempfehlen, auch Verantwortung tragen zu wollen.
Es ist verdammt wichtig, um Darmkrebs zu erkennen, vorzubeugen und damit sein Leben zu schützen. Deshalb rufe ich an dieser Stelle auf: Hab Mut zur Darmspiegelung! Übernimm Verantwortung für Dich und Deine Liebsten!

 © Susann Krumpen


Darmspiegelung - Teil 2 - In der Funktionsdiagnostik

Nun ist es endlich soweit. Ich werde von einer Schwester aus dem Wartezimmer aufgerufen. Mein Männe macht ein Gesicht, als wenn ich zur Schlachtbank geführt werde. Mit einem Kuss verabschiede ich mich von ihm und gehe dann mit. Ich werde in eine kleine Umkleidekabine geführt, in der ich einen Stuhl mit einer Auflage vorfinde und ein blaues Höschen mit einem Schlitz hinten.
Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich verschließe die Tür von Innen und in dem Augenblick kommt eine Schwester von der anderen Seite der Kabine, begrüßt mich freundlich, nennt ihren Namen und meint, ich solle mich schon mal frei machen und dann das blaue Höschen anziehen.
Meinen Pulli und alles andere oben rum kann ich an lassen.
Gesagt - getan.
Mit bloßen Füßen betrete ich den Funktionsraum und werde dort auch schon empfangen. Ich lege mich auf die Liege und die Schwester fragt noch einmal nach meinem Namen und fragt weiter, weshalb ich gekommen sei.
Dann werden mir Elektroden aufgeklebt, eine Blutdruckmanschette angelegt und eine andere Schwester, die sich auch mit Namen vorstellt fragt noch einmal, ob ich die Kurznarkose auch wünsche.
Natürlich bin ich einverstanden. Sie fängt an, mir etwas in die Vene zu spritzen und ich merke innerhalb kürzester Zeit, dass mir schummerig wird und ich wohl gleich eingeschlafen sein werde.
Plötzlich wache ich etwas auf und frage, wann das wohl los gehen werde? Die Schwester meinte:" Es ist schon vorbei, alles überstanden"
In meinem Kopf hämmert die Frage: "Was, dass war es schon?"
Ich versuche, in meinen Körper hineinzuhorchen und stelle fest, dass er sich ganz normal an fühlt. Keine Schmerzen, alles scheint in Ordnung zu sein. Beruhigt lasse ich mich aus dem Funktionsraum schieben und gelange in einen Flur.
Weil ich kalte Füße verspüre, versuche ich mir meine Socken anzuziehen, was wegen meines Zustandes nur sehr schwer möglich ist. Aber irgendwie schaffe ich es.
Mein Körper fühlt sich schwer an, sprechen ist auch nicht wirklich möglich. Ich will mich nur noch ausruhen.
Ich werde in ein Patientenzimmer geschoben und zugedeckt. Die Schwester fragt mich, ob alles in Ordnung sei. Ich empfinde ein starkes Durstgefühl und bitte um ein Glas Wasser, aber mein Wunsch wird abgelehnt, wegen der Narkose. Ich soll mich erst mal ausruhen.
Neben meinem Bett befindet sich eine Klingel für den Notfall und wenn ich mal auf` das Örtchen müsse.
Ich muss aber nicht, will nur schlafen, schlafen und nochmals schlafen.
Nach einer Weile kommt der Oberarzt und fragt, wie es mir geht. Mir geht es gut, nur müde. Er meinte, dass es bei mir nichts zu beanstanden gäbe und verabschiedet sich wieder. Ich bin froh und möchte gar nichts mehr wissen. Zufrieden kuschele ich mich in meine Decke und schlummere so vor mir hin. Etwas unsanft werde ich von einer Stimme geweckt. " Frau K. Sie können jetzt aufstehen, Ihr Mann ist da".
 Ich öffne langsam  meine Augen und sehe ihn! Mein geliebter Männe!
Froh ihn zu sehen und zu wissen, dass er für mich da ist, ist wie ein Geschenk für mich. "Na",  fragt er mich, "alles ok"?
Ich fühle mich noch etwas schwach, aber glücklich, es so gut überstanden zu haben. Nachdem ich mich angezogen habe, gehen wir beide noch auf die Station, um mich abzumelden. Die Flexüle, die sich noch in meinem Arm befindet, wird entfernt. Ich werde noch einmal gefragt, wie es mir geht und meine Antwort lautet: " gut, noch etwas wackelig".
Aus der Klinik gekommen, tut mir die frische Luft sehr gut. Zwar bin ich noch etwas schlapp, aber glücklich.
Zu hause angekommen, esse ich eine Kleinigkeit und lege mich hin. Ich will einfach nur ein wenig schlafen.
Am Nachmittag geht es mir wieder richtig gut, als wäre nichts gewesen. Ein Fazit gibt es für alle, die sich noch nicht sicher sind, ob sie es machen sollen, oder nicht, in meinem nächsten Beitrag.

 © Susann Krumpen

Darmspiegelung - Teil 1 - Tag der Untersuchung

Heute ist Montag. Der Tag, an dem in knapp 3 Stunden die Darmspiegelung durchgeführt werden soll. Wach bin ich schon lange und in meinem Kopf sind tausend Gedanken, wie das wohl ablaufen könnte.
Ich bin gegen 7,00 Uhr aufgestanden und bin eigentlich ganz zuversichtlich. Ganz viele Leute haben es vor mir auch geschafft. Wieso sollte das bei mir anders sein?
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, von der ziemlich widerlichen Abführlösung nichts mehr zu trinken. Der letzte Beutel liegt auf meinem Schreibtisch und lächelt mich förmlich an. "Trink mich!" will er mir sagen und nachdem ich schon einen halben Liter Selters zu mir genommen hatte, überwinde ich mich doch noch (wahrscheinlich wegen des schlechten Gewissens) den Rest anzurühren und zu trinken. Ganze 400 ml kriege ich runter, den Rest kippe ich in den Ausguss.
Ich kann das Zeug einfach nicht mehr sehen. Mir brennt meine Zunge davon und ich beschließe, es gut sein zu lassen.
Mein Bauch macht Gluckseräusche, aber das stört mich komischerweise eigentlich nicht so.
Auch Hunger verspüre ich nicht. Eigenartigerweise, wo ich Essen doch so Klasse finde. Ich fühle mich auch nicht müde, wie im Vorfeld erwartet. Eigentlich ist alles ziemlich normal. Auch eine sonderliche Aufregung kann ich nicht fest stellen. Kommt vielleicht noch.
Während ich hier schreibe nehme ich die letzten Schlucke Endofalk. Widerlich!
So! Geschafft!! Der letzte Schluck.
Ich werde jetzt einen Teil meiner Arbeit erledigen und dann wird es wohl bald so weit sein. Bis dann.
Gegen 9.00 Uhr hat mich mein Männe in die Klinik gefahren. aufgeregt bin ich noch nicht sonderlich, kommt aber noch.
Angekommen melden wir uns im Chefarzt-Sekretariat und sollen im Wartezimmer Platz nehmen. Nach einer kurzen Wartepause kommt die Dame von der Anmeldung offensichtlich mit meiner Karteikarte und teilt mir mit, dass ich noch einmal in das Labor müsste, um mir einen "Zugang" legen zu lassen. Anschließend dann zur Funktionsdiagnostik.
Wir laufen los. Es ist bereits 9.45 Uhr und in einer Viertelstunde soll ich schon dran sein. Vor dem Labor in der Tagesklinik stehen eine Reihe von Patienten, einige mit Zetteln, andere mit Heftern bewaffnet und warten. "Oh man", denke ich, "ne fiese Warteschlange". Dann ging alles ziemlich schnell. Ich werde gefragt, warum ich hier bin und auf einen Stuhl in das Labor verwiesen.
Die selbe Schwester, die mir am Freitag schon das Blut abgenommen hatte setzte mir den Zugang und gab freundlicherweise Erklärungen dazu ab.
Dann der Weg zur Funktionsdiagnostik. Meine Hände werden langsam kalt und feucht, Aufregung macht sich breit.
Immer Ausschau haltend, wo sich die nächste Toilette in Reichweite befindet, denn alle naselang muss ich mal.
Was hier geschieht, oder besser gesagt geschah, erzähle ich Euch im 2. Teil...

  © Susann Krumpen