Neugierig? Na dann mal los!

Donnerstag, 20. November 2014

Frauenflirt oder Der Fall in die Wechseljahre

Ich bin eine Frau, wie jede Andere. Anatomisch gesehen schon. Wenn ein Mensch in die Pubertät kommt, freut er sich riesig, sich endlich als "Erwachsener" zu fühlen, obgleich mancher erwachsener Jugendlicher noch keine Verantwortung für das Leben übernehmen muss.
Ich hatte mich vor 5 Wochen entschieden, in die Wechseljahre zu gehen. Warum? werden manche Leser fragen, tut sie das nur?
Na ja, ehrlich gesagt sind meine Kinder seit einiger Zeit " aus dem Haus" wie man so sagt und ich hatte es gründlich satt, weiterhin mit der Pille dafür zu sorgen, dass nicht noch ein Nachzügler Namens Geschwisterchen in mein Leben kommt. Nicht das ich es genauso gern gehabt hätte, nein das nicht, für mich war in meiner Lebensplanung einfach kein Platz mehr dafür. Kurz gesagt, ich fühlte mich auch nervlich nicht mehr dazu in der Lage.
Und manch ein Leser wird sicher dafür Verständnis zeigen.
Der Besuch beim Frauenarzt war verbunden mit genug Optimismus und Freude, die aber schnell getrübt werden sollte.
Ich eröffnete ihm, dass ich " es satt habe" die Pille weiterhin zu schlucken und stieß vorerst einmal auf die Aussage meines Arztes, dass "mit 52" so wieso Schluss mit der Verhütung gewesen wäre. Zumindest aus seiner Sicht.
Freudig begrüßte er meinen Entschluss. Und gab zur Antwort, dass ich die Pille sofort absetzen sollte und in 14 Tagen zur Blutentnahme kommen soll, um zu sehen, wie viele Hormone in meinem Blut herumschwirren, oder besser gesagt, wie alt ich schon sei.
Mit gemischten Gefühlen ( Freude und auch etwas Angst, wie ich mich wohl in den nächsten Tagen fühlen werde) verließ ich die Praxis und fuhr nach Hause. Mir ging der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass ich sehr wohl bald zum Alten Eisen gehören würde.
Aber erst mal die Blutentnahme abwarten. Zu hause angekommen schmiss ich die restliche Pillenpackung in den Papierkorb und beerdigte somit mein Dasein als Frau.
"Kein schöner Gedanke", dachte ich. Im Stillen sprach ich mir selber Mut zu, dass es so schlimm schon nicht werden würde. Weit gefehlt...


 © Susann Krumpen

Sonntag, 17. August 2014

Wie das Leben so spielt... Oder: Mein Mann hat MF

Heute ist Sonntag.
Ein Tag, wie jeder andere, weit gefehlt. Wieder einmal einer von vielen Tagen, wo mein Männe MF hat. Der Leser wird sich fragen, was "MF" bedeutet, dazu später.
Ich liebe meinen Mann, das steht außer Frage. Im Prinzip sind wir auch ziemlich harmonisch miteinander verheiratet, wenn es nicht Tage wie diesen gäbe.
An so einem Tag wie heute möchte ich alles hinschmeißen und einfach weg rennen.
Dann rinnen Bäche von Tränen über mein Gesicht und ich weiß mir einfach keinen Rat mehr. Die Welt ist grau, auch wenn draußen der Himmel leuchtend blau erscheint.
Sicher, wird der Leser jetzt sagen, solche Tage gibt es. Nicht umsonst heißt es : " In guten, wie in schlechten Zeiten"...
Das spielt sich immer folgendermaßen ab: Wir sitzen, wie so oft früh mit dem Morgenkaffee draußen und er raucht mal noch eine oder auch mehr. Er schaut in den Garten und dreht mir folglich seinen Rücken zu. Das finde ich schon einmal nicht so toll. Aber ich nehme es hin. Und dann wird so ein Morgen zum Selbstläufer. in mir steigt das Gefühl hoch, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. ( Was sicher nicht wirklich stimmt)
Dann denke ich an die vielen Dinge, die ich gerne mit ihm gemacht hätte und die doch nicht passiert sind....
Gestern hatte ich leise angefragt, ob wir nicht in;s Kino fahren, er hatte MF.
Also nicht. Schade. (und traurig)
Und dann platze ich. Mit weinerlicher Stimme platze ich förmlich mit meinen Vorwürfen, ihm gegenüber in sein MF - Getue.
Werfe ihm vor, nichts mehr mit mir unternehmen zu wollen. ( Was ja nicht immer und pauschal stimmt)
Er entgegnet, dass ich mir doch eine Freundin suchen soll. Aber dazu habe ich so gar keine Lust. Oder er meinte: "Dann fahr doch alleine".
Mit diesem Satz platzt mir dann endgültig der Kragen. Mit rollen Tränen über mein Gesicht und ich höre zur Entschuldigung, dass er doch 20 Jahre älter wäre, als ich.
Versteh ich nicht wirklich. Hab ich das nicht schon gewusst, als ich mein "Ja - Wort" gab?? Und was hat das Alter mit Zuneigung zu tun?
Nun gut. Nach einer Weile beruhige ich mich dann doch und viel später kommt von ihm dann doch noch eine Art Erklärung, dass es ihm heute morgen so schlecht ging und er "nur noch in Ruhe gelassen werden will"
Ich nehme mir vor, wieder mal was für mich zu tun, notfalls dann auch alleine.
Jetzt redet er wieder mit mir: "MF" aufgehoben...

 © Susann Krumpen
 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Pfingsten mit Hindernissen

...eigentlich liebe ich Besuch. Doch zu Pfingsten kam alles anders. Die Tochter meines geliebten Mannes mitsamt ihrer Familie hatte sich angekündigt. Die Familie besteht aus ihrem Mann und einem ausgeflippten Hund.
Nun gut.
Alle Vorbereitungen waren getroffen. Gebacken, gekocht und Betten frisch bezogen, als es unerwartet und plötzlich über mich kam...
Der Besuch kam. gut gelaunt (noch) empfing ich meinen Besuch und sie fingen an, sich bei mir in gewohnter Weise einzurichten. Das Hundefutter kam in den Kühlschrank, so dass ich das Essen raus nehmen musste, mein Wohnzimmer wurde zu einem Campingplatz umfunktioniert. Ein Wäscheständer war schnell aufgestellt, alle Möbelteile wurden mit Klamotten und oder ähnlichem behängt und von nun an war das Wohnzimmer für meinen Mann und mich tabu.
Kein Fernsehabend, keine Couch, kein gemeinsames Kuscheln.
Den Abend verbrachten mit gemeinsamen Essen und Gespräche. Am nächsten Morgen bemerkte ich sogleich, dass etwas mit mir nicht stimmen konnte. Ich stand auf, ging in das Bad und war ziemlich erstaunt. Mein Mund was so klein geworden, fast nicht mehr sichtbar, oder anders gesagt, mein Hals war so stark angeschwollen, als hätte ich über Nacht mindestens 50 kg zugenommen...

 © Susann Krumpen

Freitag, 23. Mai 2014

Magenspiegelung - Teil 2 - Tag der Untersuchung

Nun ist es endlich soweit. Ich werde aufgerufen und in ein Behandlungszimmer, ausgestattet mit Geräten, einer Liege, Waschbecken gebeten.
Auf der Liege warte ich auf den Arzt, der auch sobald erscheint. Die Arzthelferin deckt mich mit einer kuschelweichen Decke zu, dass ich nicht frieren muss. Der Arzt legt einen Venenzugang, ich bekomme so eine Art Beißring , den ich zwischen die Zähne nehmen muss, damit die Untersuchung ohne Komplikationen für mich und den Arzt durchgeführt werden kann und mir wird ein "Schlafmittel" in die Vene gespritzt.
Viel, oder besser gesagt, ich bekomme von der eigentlichen Untersuchung gar nichts mit.
Nachdem ich aufgewacht bin, ist eine Arzthelferin in meiner Nähe und meint: " Alles überstanden, es hat nicht lange gedauert, der Arzt kommt gleich noch einmal zu Ihnen rein"
Dann verlässt sie das Behandlungszimmer und ich habe Gelegenheit, in mir hineinzuhorchen. Nichts. Nicht einmal mein Hals kratzt.
Nein, absolut nichts. Untersuchung verschlafen.
Die Tür öffnet sich, der Arzt kommt und meint, ich könne mich schon mal aufsetzen. Er erzählt mir, dass die Untersuchung reibungslos abgelaufen sei und eine kleine Gewebeprobe entnommen wurde. Diese wird noch histologisch ( also im Labor) untersucht. Ansonsten keine weiteren ( komischen oder sichtbar krankhaften) Ergebnisse.
Ich bin froh.
Nach der Verabschiedung kann ich die Praxis verlassen.
Mein Männe wartet bereits draußen und wir gehen in die Sonne. Jetzt habe ich mir einen Kaffee verdient!

 © Susann Krumpen

Donnerstag, 22. Mai 2014

Magenspiegelung - Teil 1 - Tag der Untersuchung

Der Tag der Untersuchung ist da. Geschlafen habe ich nicht viel, vielleicht gefühlte 2 Stunden.
Völlig übermüdet stehe ich gegen 5.30 Uhr auf und wanke schlaftrunken in das Bad. Ich sehe grauenhaft! aus und versuche mich irgendwie herzurichten. Noch verspüre ich keinen Hunger und ich denke auch noch nicht über die kommenden Geschehnisse nach.
Frisch geduscht und angezogen richte ich die Kaffeemaschine her, "so;n Mist" denke ich, "Kaffe darfste nicht".
Etwas frustriert trinke ich ein Glas Selters, die gluckst in meinem Magen und nun denke ich auch an Hunger. Die Praxis hatte nur dürftige Informationen mitgegeben, so dass ich etwas verunsichert bin. Selters kann nicht schaden, denke ich.
Ist ja so gut wie nüchtern. Ich stürze mich an die Arbeit. Ein wenig Büro und dann im Packraum. Ein Vorteil der Selbstständigkeit ist ja, dass man günstigstenfalls auch zu Hause arbeiten kann.
Den Vorteil genieße ich sehr.
Nach 2 Stunden sehe ich meinen Mann draußen im Vorbau unseres Hauses mit einer Tasse Kaffee und seiner Zigarette sitzen, so wie jeden Morgen. Er ist wortkarg, sicher noch müde. Kaffeeduft steigt in meine Nase, ich halte es aus.
Um 8.30 Uhr habe ich den besagten Termin in der Praxis. Gegen 8.00 Uhr fahren wir los. Dort angekommen, erhalte ich nach erfolgter Anmeldung einen Bogen zum Durchlesen und Ausfüllen. Gesagt, getan. Einige Punkte auf diesem Bogen hätte ich gerne ab gestern Mittag schon gewusst, aber nun ist die Zeit vorüber und was soll;s.
Ich bin hier und habe Hunger!
Mit meinem ausgefüllten Bogen sitze ich im Wartezimmer und warte darauf, dass ich aufgerufen werde. Eine Mit - Patientin packt ihr Frühstücksbrot aus, und kaut mir was vor. Oh man, mein Magen schreit nach Essen!
Plötzlich werde ich zum Arztgespräch aufgerufen und vom Arzt mit einem Handschlag freundlich begrüßt.
Das Gespräch findet in einem hellen, freundlichen Raum statt und ist nicht, wie bei der Darmspiegelung eine "Massenveranstaltung".
Aufgeschlossen und ruhig erklärt der Arzt die Vorgehensweise und bittet mich abschließend noch einmal im Wartezimmer Platz zu nehmen. Mit mehr Gelassenheit beobachte ich das rege Treiben der Arzthelferinnen und Angestellten, meine Angst scheint wohl verflogen.
Ich werde aufgerufen und in das Behandlungszimmer gebeten...neugierig wie es weitergeht?...im 2. Teil...

 © Susann Krumpen



Dienstag, 20. Mai 2014

Magenspiegelung - was bisher geschah

Der Gedanke an eine bevorstehende Magenspiegelung lässt immer noch viele Menschen zögern, zum Einen durch die Erzählungen von Angehörigen, die so etwas in früheren Jahren erlebt hatten und deren Angaben sich wirklich abenteuerlich anhören und zum Anderen aus dem Nicht- Wissen des Patienten.
Auch ich hatte mir im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie so etwas denn ablaufen würde und einige Familienmitglieder und Bekannte befragt, von denen ich wusste, das sie solch eine "Prozedur" schon einmal erlebt hatten.
Meine Mutter meinte dazu nur: " Oh grauenhaft!", "Erinnere mich nicht daran!" Und sie fing an zu erzählen , was sie vor, sagen wir mal gefühlten 50 Jahren dort erlebt zu haben schien.
Angefangen von einem Einlauf, der ihr heute wohl noch in den Knochen saß bis hin zum "Schlauchschlucken", wo ihr heute noch (natürlich nur gefühlt) der Hals weh tat.
Ich schluckte. In meinem Kopf breiteten sich die abenteuerlichsten Gedanken aus. Soll das heute noch immer so schlimm sein?
Ich ließ mir einen Termin geben und die Arzthelferin, deren Stimme ich sehr nett fand, meinte, "das machen wir ambulant, machen Sie sich keine Sorgen, kommen Sie einfach nüchtern in die Praxis, das wird schon"
Wie? Dachte ich, mehr Informationen gibt es nicht?
Was muss ich am Tag vorher beachten? Darf ich alles essen? Muss ich noch etwas in die Praxis mitbringen?
Wie lange wird es dauern? Wird es schmerzhaft sein?
Läuft es wirklich so ab, wie ich es aus den Erzählungen meiner Mutter kennengelernt hatte?
Tausend Fragen, keine Antwort. Die Arzthelferin hatte das Telefon schon aufgelegt und ich trug mir mit einem etwas mulmigen Gefühl den Termin im Kalender ein.
Wer meine Berichte und Gedanken schon einmal gelesen hat, wird vermuten, dass alles ganz anders kam...

© Susann Krumpen

Montag, 19. Mai 2014

Darmspiegelung - Fazit

Es ist überstanden und ich bin froh, es getan zu haben. Krebsvorsorge geht uns alle an und ich übernehme einen großen Teil an Verantwortung für mich selbst, für meine Partnerschaft und für meine Familie.
Die Angst und Angespanntheit, die ich im Vorfeld hatte war völlig unbegründet. Heutzutage gibt es elegante Methoden und eine Sedierung (Ruhigstellung), so dass man in einen kleinen Schlaf fällt und von der eigentlichen Sache gar nichts mitbekommen muss.
Ich persönlich kann das nur weiterempfehlen, auch Verantwortung tragen zu wollen.
Es ist verdammt wichtig, um Darmkrebs zu erkennen, vorzubeugen und damit sein Leben zu schützen. Deshalb rufe ich an dieser Stelle auf: Hab Mut zur Darmspiegelung! Übernimm Verantwortung für Dich und Deine Liebsten!

 © Susann Krumpen